papua_ng_irin_searise_150Madang/Berlin (epo.de). - "Brot für die Welt" und der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) haben erstmals ein gemeinsames Büro eröffnet. Die beiden evangelischen Hilfswerke, die bis spätestens 2013 zu einem neuen "Evangelischen Zentrum für Entwicklung und Diakonie" fusionieren sollen, weihten am 15. Juli mit einem Festakt die Verbindungsstelle (VEST) Pazifik in Madang auf Papua-Neuguinea ein. EED und "Brot" sehen infolge des industriellen Raubbaus an Rohstoffen und der Folgen des Klimawandels die Lebensgrundlagen der Menschen im Pazifik gefährdet.

Konrad von Bonin, bisher Vorstandsvorsitzender des EED und Mitinitiator des Projekts, sagte bei der Eröffnung vor rund 50 Vertretern von Partnerorganisationen aus dem pazifischen Raum, er sehe die Gefahr der Marginalisierung und Verarmung der Menschen auf Grund der rasant wachsenden Ausbeutung von Rohstoffen wie Holz, Fisch, Nickel oder Gas durch internationale Konzerne. Er rief die Partnerorganisationen dazu auf, gegen den Ausverkauf des Landes Widerstand zu leisten.

Die Eröffnung des Büros bezeichnete Bonin als "Zeichen der Solidarität, der ökumenischen Freundschaft und der langfristigen Kooperation". Er sagte, dass trotz der reichlichen natürlichen Ressourcen die Armut der Bevölkerung steige und deshalb schnelles Handeln notwendig sei.

In einer Grußbotschaft zur Eröffnung bezeichnete die Direktorin von "Brot für die Welt", Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, die Region als wichtiges Arbeitsfeld für die Hilfswerke. Der Pazifik sei ein Frühwarnsystem für die ganze Welt. Die ersten Inselbewohner hätten wegen des steigenden Meeresspiegels infolge des Klimawandels schon umgesiedelt werden müssen. Außerdem sei wegen der Abholzung und Rodung der letzte verbliebene Regenwald in Gefahr. Füllkrug-Weitzel verwies auch auf die seit mehr als 100 Jahren bestehenden engen Verbindungen zu deutschen Kirchen.

Meeresspiegel-Anstieg in Papua-Neuginea. Foto: IRIN

Meeresspiegel-Anstieg in Papua-Neuginea. Foto: IRIN

Der Generalsekretär der pazifischen Kirchenkonferenz aus Fidschi, Fei Tevi, würdigte das Büro als wichtigen Schritt, um "nahe bei den Menschen zu sein". Der Klimawandel sei ein globales Problem. Er forderte von den Industriestaaten endlich effektive Maßnahmen zur Verringerung des Kohlendioxidausstoßes. Im Pazifik nannte er die Schaffung eines ökumenischen Netzwerks als bedeutend zur Festigung der Zivilgesellschaft.

Die VEST Pazifik unterstützt mit acht Mitarbeitern zwei Dutzend Partnerorganisationen in Papua Neuguinea, den Salomonen und Fidschi und will für eine bessere Koordinierung und Umsetzung der Entwicklungsaktivitäten sorgen. Die Fördermittel belaufen sich auf rund drei Millionen Euro pro Jahr.

Die evangelischen Hilfswerke engagieren sich seit knapp 40 Jahren im Pazifik. Die Hilfe konzentriert sich heute auf den ländlichen Raum, besonders mit Blick auf den Klimawandel. Zu den Arbeitsfeldern zählen Landwirtschaft, Gesundheitsvorsorge, Frauenförderung oder HIV/Aids. "Brot für die Welt" hat drei weitere Verbindungsstellen in Lateinamerika, Afrika und Asien. Der EED hat zwei weitere in Costa Rica und Botswana.

Photo: Residents from around the Meni area in Wewak, East Sepik Province, watching the sea swells crashing against the Winjammer Beach Motel, which eventually collapsed © IRIN

www.eed.de
www.brot-fuer-die-welt.de



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