Kapstadt/Berlin (epo.de). - In Kapstadt hat am Sonntag eine internationale AIDS-Konferenz begonnen. Aids Konferenz Logo KapstadtThemenschwerpunkte sind Krankheitsverläufe, Behandlung und Prävention von AIDS. An der wichtigsten wissenschaftlichen Konferenz zu HIV/AIDS in diesem Jahr nehmen rund 5.000 Forscher, Ärzte und Experten des öffentlichen Gesundheitswesens teil. Rund 22 Millionen Menschen leben in Subsahara-Afrika mit AIDS - zwei Drittel der weltweit im Jahr 2007 infizierten 33 Millionen.

Zum Auftakt der bis 22. Juli dauernden Konferenz warnte das UN-Kinderhilfswerk UNICEF davor, die globale Finanzkrise könnte die erreichten Fortschritte im Kampf gegen AIDS gefährden. Bis heute seien die am stärksten von der AIDS-Epidemie betroffenen Länder nicht in der Lage, die medizinische Versorgung für alle betroffenen Menschen sicher zu stellen.

Der größte Teil der AIDS-Medikamente und Testmöglichkeiten in den ärmsten Ländern wird aus Spenden von Regierungen, Stiftungen, Firmen und Organisationen finanziert. "Sollten diese Mittel gekürzt und dadurch Therapien unterbrochen werden, hätte dies lebensbedrohliche Folgen", sagte die Geschäftsführerin von UNICEF Deutschland, Regine Stachelhaus.

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UNICEF forderte im Vorfeld der Konferenz, die Diagnose und die medizinische Versorgung von HIV-infizierten Schwangeren, Neugeborenen und Kleinkindern sicher zu stellen. Die Organisation beruft sich auf Untersuchungen, denen zufolge die Überlebenschancen der Kinder dramatisch steigen, wenn ihre Infektion frühzeitig entdeckt wird und sie rechtzeitig medizinische Hilfe erhalten. In Entwicklungsländer würden aber weniger als zehn Prozent der Säuglinge von HIV-positiven Müttern frühzeitig getestet. Nach Berechnungen von UNICEF kostet es rund 50 Euro, ein Neugeborenes auf eine HIV-Infektion zu testen und es ein Jahr lang medizinisch zu versorgen.


KRISE SCHLÄGT AUF FAMILIEN DURCH

Sinkende Einkommen und hohe Lebensmittelpreise infolge der globalen Wirtschaftskrise machen es Familien mit AIDS-Infizierten nach den Erfahrungen von UNICEF immer schwerer, Nahrung und medizinische Hilfe zu bezahlen. Die Kinder können oft nicht mehr zur Schule gehen, Waisenkinder erhalten häufig weniger Mahlzeiten. Die wachsende Armut erhöhe auch die Gefahr von HIV-Infektionen bei Mädchen, warnt das Kinderhilfswerk. Aktuelle Untersuchungen aus Botswana, Swasiland, Malawi, Sambia und Tansania hätten gezeigt, dass mit wachsendem Hunger auch die Prostitution zunehme.

Das Waisenmädchen Agira aus Mosambik mit dem Hochzeitsfoto ihrer an AIDS gestorbenen Eltern. Foto: UNICEF/Giacomo Pirozzi

Das Waisenmädchen Agira aus Mosambik mit dem Hochzeitsfoto ihrer an AIDS gestorbenen Eltern.

© UNICEF/Giacomo Pirozzi

UNICEF Deutschland unterstützt Programme für von AIDS betroffene Kinder in zwölf Ländern. Mit Spendengeldern werden mobile Teststationen eingerichtet, Schwangere und Neugeborene medizinisch versorgt, Tageskrippen, Gemeindehelfer und Sozialarbeiter für betroffene Kinder und ihre Familien finanziert.

www.ias2009.org
www.unicef.de



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