abdel_azis_2009_voa_89Nouakchott/Berlin (epo.de). - Der ehemalige Kommandeur der Präsidentengarde und Anführer des Putsches vom August vergangenen Jahres, General Mohamed Ould Abdel Aziz, hat die Präsidentschaftswahl in Mauretanien im ersten Wahlgang gewonnen. Das gab die nationale Wahlkommission am Sonntag in der Hauptstadt Nouakchott bekannt. Abdel Aziz erhielt demnach 52,4 Prozent der abgegebenen Stimmen. Vier der unterlegenen Kandidaten erklärten umgehend, sie würden das Wahlergebnis nicht anerkennen.

Das Verfassungsgericht des nordwestafrikanischen Landes muss das Ergebnis der Abstimmung noch bestätigen. Die Opposition erklärte schon vor der Bekanntgabe des vorläufigen Endergebnisses, der Sieg des 53jährigen Abdel Aziz sei durch Wahlbetrug zustande gekommen. "Wir weigern uns, dieses Ergebnis zu akzeptieren", teilten die vier wichtigsten Oppositionskandidaten, die nach offiziellen Angaben zwischen 4,6 und 16,8 Prozent der Stimmen erhielten, in einer gemeinsamen Erklärung mit. Parlamentspräsident Messaoud Ould Boulkheir forderte von der internationale Gemeinschaft die Einsetzung einer Untersuchungskommission zum Wahlausgang.

Abdel Aziz hatte den ersten demokratisch gewählten Präsidenten Mauretaniens, Sidi Ould Cheikh Abdallahi, am 6. August 2008 an der Spitze eines elfköpfigen "Staatsrates" unblutig gestürzt. Zuvor hatte Präsident Sidi Mohamed Ould Cheikh Abdallahi die gesamte Militärführung entlassen, offenbar weil sie gegen eine zunehmende Hinwendung zu islamistischen Kräften eintraten. Um bei der Wahl antreten zu können, hatte Abdel Aziz im April seine Funktion als Führer der Militärjunta aufgegeben.

Foto: Mohamed Ould Abdel Aziz © Wikimedia Commons



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