sanha_malam_bacaiBissau (epo.de). - Malam Bacai Sanhá hat die Stichwahl für das Präsidentenamt in Guinea-Bissau gewonnen. Nach Angaben der nationalen Wahlkommission erhielt der Kandidat der regierenden Partido Africano da Independência da Guinea e Cabo Verde (PAIGC)  bei der Wahl am 26. Juli 63,5 Prozent der abgegebenen Stimmen. Sein Gegenkandidat Kumba Ialá von der oppositionellen Partido para a Renovação Social (PRS) kam auf 36,5%. An der Stichwahl nahmen 61% der Wahlberechtigten teil.  

Ialá, der ebenso wie Sanhá bereits einmal Präsident des westafrikanischen Landes war, gab seine Niederlage zu. Sanhá hatte im ersten Wahlgang 39,5% der Stimmen erreicht, Iala 29,4%. Die Präsidentschaftswahl war nötig geworden, weil Amtsinhaber João Bernardo "Nino" Vieira im März von Militärs ermordet worden war. Anfang Juni wurde auch der Minister für territoriale Verwaltung und Präsidentschaftskandidat für die Wahlen am 28. Juni, Baciro Dabo, in seinem Haus in der Hauptstadt Bissau erschossen aufgefunden. Dabo galt als enger Vertrauter von Vieira.

Das Attentat auf Vieira war nach Ansicht politischer Beobachter ein Racheakt von Anhängern des damaligen Generalstabschefs der Streitkräfte, Tagme Na Waie, der nur Stunden vor Vieira bei einer Bombenexplosion gestorben war. Derzeit werden die Amtsgeschäfte des Präsidenten kommissarisch von Parlamentspräsident Raimundo Pereira geleitet.

Die Stichwahl war von rund 5000 Soldaten und Polizisten überwacht worden. Rund 160 Wahlbeobachter von der Afrikanischen Union (AU),  der westafrikanischen Staatengemeinschaft ECOWAS, der Gemeinschaft der portugiesisch-sprachigen Länder  (CPLP) und der Europäischen Union (EU) bescheinigten der Wahlkommission einen fairen und transparenten Urnengang.

Guinea-Bissau gilt wegen der schwer zu kontrollierenden Landepisten auf den Bijagos-Inseln seit langem als einer der wichtigsten Drogenumschlagsplätze für Kokain, das von Südamerika nach Europa geliefert wird. Die frühere portugiesische Kolonie hat rund 1,5 Millionen Einwohner und ist eines der ärmsten Ländern der Welt. Im Human Development Index der Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen ist Guinea-Bissau auf Rang 175 von 177 Ländern gelistet. Die Regierungspartei PAIGC war bereits 1955 von Amilcar Lopes Cabral gegründet worden, der 1963 einen Unabhängigkeitskrieg gegen die Portugiesen begann und 1973 die Unabhängigkeit erreichte.

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