US-Truppen in Afghanistan. Foto: Wikimedia CommonsBerlin (epo.de). - Seit einem Jahrzehnt unterstützt die deutsche Regierung Initiativen, Gewalt ohne militärische Mittel eindämmen und die zivilen Kräfte der Gesellschaft dabei zu stärken, Konflikte friedlich zu regeln. Sie manifestieren sich im Zivilen Friedensdienst (ZFD), dessen zehnjähriges Bestehen am Mittwoch in Berlin von Akteuren und Unterstützern begangen wurde. Aktuelle Kriege mit komplexen Ursachen wie in Afghanistan bestärken die Initiatoren in der Überzeugung, dass gewaltsame Konflikte mit militärischen Einsätzen nicht auf Dauer einzudämmen, geschweige denn zu lösen sind.

"Es braucht Instrumente wie den Zivilen Friedensdienst, der uns ermöglicht, mit nicht-militärischen Mitteln verfeindeten Gruppen Wege aus der Gewalt aufzuzeigen", sagte Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) anlässlich des 10. Jahrestages der Gründung des Zivilen Friedensdienstes. "Wir haben ein einzigartiges, innovatives Instrument geschaffen, das einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der vielen sicherheits- und friedenspolitischen Herausforderungen in den Entwicklungsländern leistet. ZFD-Fachkräfte und ihre lokalen Partner leisten dabei häufig schwierigste Pionierarbeit. Indem sie für Dialog anstatt Konfrontation werben, bieten sie Alternativen zur Gewaltspirale."

Wieczorek-Zeul verwies auf einen "Teufelskreislauf von Armut und Konflikten", der durch Staatszerfall, Klimawandel, anhaltendes Bevölkerungswachstum und die Rohstoff- und Finanzkrise gerade in den ärmsten Ländern nicht abreiße.

zfd logoDas Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert den Zivilen Friedensdienst mit derzeit 30 Millionen Euro im Jahr. Seit 1999 wurde die Arbeit des ZFD mit rund 116,8 Millionen Euro unterstützt. Insgesamt konnten bislang 514 ZFD-Fachkräfte in 50 konfliktbetroffene Länder entsandt werden. 2010 sollen erstmals mehr als 200 Fachkräfte gleichzeitig in über 40 Ländern daran arbeiten, Brücken zwischen Konfliktparteien zu bauen und sie dabei unterstützen, Gewalt bereits vor Ausbruch vorzubeugen oder durch Versöhnungsmaßnahmen dazu beitragen, nicht in sie zurück zu verfallen.

GANDHI VERSUS RAMBO

"Gandhi versus Rambo" nannte der Weltfriedensdienst (WFD) anlässlich seines 50jährigen Bestehens den Ansatz, die zivile Konfliktbearbeitung über militärische Strategien zu stellen. "Seit nun zehn Jahren begleiten und beraten Fachkräfte des Zivilen Friedensdienstes in vielen Ländern Menschen und leisten wirkungsvolle Beiträge, um Konfliktstrukturen nachhaltig zu verändern", erklärte Carsten Montag, Sprecher des Konsortiums ZFD, am Mittwoch in Berlin. "Die Rückmeldungen der Partner und Akteure in den Konfliktländern bestätigen uns: Unser Einsatz für den Frieden lohnt sich und uns wurde zu Recht nach der ersten Gründungszeit ein politischer Gestaltungserfolg bescheinigt."

Maßnahmen des Zivilen Friedensdienst werden von insgesamt sieben zivilgesellschaftlichen oder kirchlichen Trägerorganisationen und dem staatlichen Deutschen Entwicklungsdienst (DED) umgesetzt. Die Vielfalt der Trägerorganisationen sieht das Konsortium ZFD nicht als Zersplitterung, sondern als "eine ausgewiesene Stärke" des ZFD. Die Träger verfügen über jeweils eigene Zugänge zu verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen in den Partnerländern, widmen sich unterschiedlichen Aufgaben und bringen vielfältige Erfahrungen in die Arbeit ein.

Beim Tag der offenen Tür des BMZ am Sonntag (23. August) finden zwei öffentliche Podiumsgespräche mit Fachkräften und einem Vertreter des Zivilen Friedensdienstes statt. (11:00 Uhr bis 12:00h sowie 15:00h bis 16:00h).

Hintergrund:
www.ziviler-friedensdienst.org

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