Klima-Protest auf der Spree in BerlinBerlin (epo.de). - Für neun von zehn Deutschen ist der Aufbau einer klimafreundlichen Wirtschaft mit Millionen "grüner Jobs" wichtig für ihre Wahlentscheidung. Das ist das Ergebnis einer deutschlandweiten Umfrage des Meinungs- und Wahlforschungsinstituts Infratest dimap, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Die Studie war von der neuen Kampagne "KlimakanzlerIn gesucht" in Auftrag gegeben worden.

Während 92 Prozent von 1.000 befragten Wahlberechtigten ab 18 Jahren angaben, der Aufbau einer klimafreundlichen Wirtschaft mit Millionen neuer Arbeitsplätze sei wichtig für ihre Wahlentscheidung, nannte die Hälfte der Befragten dieses Thema sogar "sehr wichtig". "Klimawandel und grüne Jobs sind die vernachlässigten Themen dieser Wahl", sagte Ricken Patel, Direktor der globalen Kampagnenorganisation Avaaz.org. "Die Öffentlichkeit verlangt in diesen kritischen Bereichen mehr von der Politik - und die Parteien, die darauf nicht reagieren, könnten Millionen noch unentschiedene Wähler verlieren."

Fast vier von zehn Personen (39 %), die momentan keine CDU/CSU-Unterstützer sind, erwägen der Studie zufolge die Union zu wählen, falls Bundeskanzlerin Angale Merkel grüne Jobs, erneuerbare Energie und eine internationale Führungsrolle bei den Klimaverhandlungen in Kopenhagen zu ihrem zentralen Wahlkampfthema macht. Mehr als ein Drittel (35 %) von ihnen sind gegenwärtig Unterstützer der SPD.

Noch höher ist diese Zahl bei Nicht-SPD-Unterstützern (41 %), die angeben, sie würden die SPD favorisieren, falls Steinmeier dies tue; diese Aussage gilt sogar für ein Fünftel (20 %) der CDU/CSU-Unterstützer. In der Gruppe der 18-29-Jährigen erklärte ungefähr die Hälfte (47 % derer, die nicht die CDU/CSU unterstützen, und 56 % der Nicht-SPD-Unterstützer, dass eine entschiedenere Klimapolitik ihre Wahlentscheidung beeinflussen würde.

"Ein entscheidender Teil der Bevölkerung ist als 'Klimawähler' einzuschätzen", kommentierte Germanwatch-Geschäftsführer Christoph Bals das Ergebnis. "Die jüngsten Landtagswahlen haben gezeigt, wie knapp das Rennen zwischen möglichen Koalitionen werden kann. Die Klimawähler können die Wahl entscheiden."

84 % der Deutschen, so die Umfrage, sind der Ansicht, dass der beste Weg zu langfristigem Wachstum über eine umweltfreundliche Wirtschaftspolitik und grüne Jobs führe. Dass eine entschiedene Klimapolitik der Wirtschaft eher helfen als schaden würde, halten 62 % der Befragten für richtig (gegenüber lediglich 14 %, die zur gegenteiligen Ansicht neigten). Zudem nennt eine überwältigende Mehrheit 'erneuerbare Energien' als bevorzugte Antwort auf Deutschlands zukünftigen Energiebedarf. 81 % der Wähler sehen die Erneuerbaren als die wichtigste Energielösung, verglichen mit nur 7 % für Atomenergie, 4 % für Gas, 3 % für Öl und 2 % für Kohle.

"Die Menschen verstehen: Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung laufen nicht gegeneinander", betonte Jürgen Maier, Geschäftsführer beim Forum Umwelt und Entwicklung und Vertreter der Klima-Allianz. "Für die Wähler ist klar, dass saubere Energie und klimafreundliche Politik der einzige Weg zu einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum ist."

KlimakanzlerIn gesucht ist eine gemeinsame Kampagne der Klima-Allianz, der Kampagnenplattform Avaaz.org und der Initiative E3G. Die Klima-Allianz ist ein Zusammenschluss von mehr als 100 Organisationen, darunter Gewerkschaften und Wirtschaftsverbände. Die Kampagne ruft die Kanzlerkandidaten auf, sich für Millionen neuer grüner Jobs einzusetzen und sich zum verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien und einer deutschen Führungsrolle bei den internationalen Klimaverhandlungen zu bekennen.

www.klima-allianz.de
www.klimakanzler-gesucht.de



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