WestafrikaDakar/New York (epo.de). - In Westafrika sind nach Angaben der Vereinten Nationen 592.000 Menschen in zehn Ländern von Überschwemmungen betroffen. Allein im Senegal litten nach wochenlangen schweren Regenfällen 264.000 Menschen unter den Wassermassen, teilte die UN-Behörde für die Koordination humanitärer Hilfe (OCHA) in der Hauptstadt Dakar mit.

In Burkina Faso fielen nach UN-Angaben allein am 1. September innerhalb von zwölf Stunden 263 Millimeter Regen. Acht Menschen starben in den Fluten, 150.000 sind obdachlos. In Niger sind OCHA zufolge mindestens 67.000 Menschen betroffen, in Ghana 55.000, in Benin 20.000, in Guinea 15.000, in Gambia 8.700, in Mauretanien 8.000 bis 10.000, in der Elfenbeinküste 2.000 und in Sierra Leone 1.500.

In Burkina Faso wurde das Ausmaß der Schäden durch den Bruch mehrerer Staudämme verstärkt. Das Auswärtige Amt stellte der bereits vor Ort tätigen Hilfsorganisation HELP bis zu 100.000 Euro zur Verfügung, um Hilfsbedürftige mit Decken, Wasserkanister und Notnahrung zu versorgen.

Überschwemmungen in Westafrika. Quelle: OCHA

Überschwemmungen in Westafrika. Quelle: OCHA


Die UNO sieht als Ursache für die große Zahl von Flutopfern neben den im Vergleich zu den Vorjahren ergiebigeren Regenfällen auch Mängel in der Katastrophenvorsorge. In den schnell wachsenden Städten gebe es keine Infrastruktur, um mit anhaltendem Starkregen fertig zu werden, sagte OCHA-Sprecher Yvon Edoumou in Dakar.

Das Deutsche Rote Kreuz rief am Dienstag zu Spenden für Westafrika auf. Lokale Rotkreuzverbände organisierten derzeit Notunterkünfte, Hilfsgüter und sauberes Trinkwasser für die Opfer, teilte die Organisation mit.

"Die Regenfälle kommen nicht unerwartet", so das DRK. "Basierend auf meteorologische Vorhersagen hat die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung bereits im August davor gewarnt, dass eine Katastrophe bevorsteht. Heute sind aber weit mehr Menschen als befürchtet von den Überschwemmungen betroffen."

"Die Regenfälle seien erheblich schwerer als sonst zu dieser Jahreszeit üblich, sagte DRK-Generalsekretär Clemens Graf von Waldburg-Zeil. "Daher sind wir auf zusätzliche Unterstützung für unsere humanitäre Arbeit angewiesen. Über eine halbe Million Menschen brauchen unsere Hilfe."

Auch andere Hilfsorganisationen, darunter die Bündnispartner der "Aktion Deutschland Hilft" und Plan Deutschland, haben bereits mit ihrer Arbeit begonnen und unterstützen die Menschen vor Ort mit wichtigen Hilfsgütern.

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