Unfall in Afghanistan. Foto. IRINGenf (epo.de). - Jedes Jahr sterben rund 2,6 Millionen junge Menschen zwischen zehn und 24 Jahren einen vorzeitigen Tod, 97 Prozent von ihnen in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen. Eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützte Studie listet jetzt erstmals die wichtigsten Todesursachen auf: Unfälle im Straßenverkehr, Komplikationen bei Schwangerschaft oder Geburt, Selbstmord, Gewalttaten, Aids und Tuberkulose. Die meisten Todesfälle könnten vermieden werden.

Die Studie, die am Freitag in der angesehenen Medizin-Zeitschrift "The Lancet" erschienen ist, verweist darauf, dass mehr junge Menschen als jemals zuvor auf der Erde leben: 1,8 Milliarden oder 30 Prozent der Weltbevölkerung. Die Untersuchung soll dabei helfen Programme zu entwickeln, die einen frühzeitigen Tod verhindern helfen.

Die Autoren der Studie kommen zu dem Ergebnis, von den 2,6 Millionen Menschen zwischen zehn und 24 Jahren, die im Jahr 2004 starben, seien 2,56 Millionen in Entwicklungsländern ums Leben gekommen und fast zwei Drittel davon (1,67 Millionen) in Subsahara-Afrika und Südostasien. 15 Prozent der Todesfälle unter jungen Mädchen und Frauen waren auf die Schwangerschaft zurückzuführen. HIV/Aids und Tuberkulose waren für elf Prozent aller Todesfälle verantwortlich.

Die meisten Todesfälle - 14 % bei männlichen und 5 % bei weiblichen Toten - wurden jedoch durch Unfälle im Straßenverkehr hervorgerufen. Andere wichtige Todesursachen waren Gewalttaten (bei 12 % der männlichen Toten) und Selbstmord (sechs Prozent aller Todesfälle).

Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass die gegenwärtige Prioritätensetzung bei der Prävention von Todesfällen unter Heranwachsenden zu kurz greift, weil sie sich auf HIV/Aids und Müttersterblichkeit konzentriert. Mehr als zwei von fünf Todesfällen in der Altergruppen zwischen zehn und 24 Jahren seien jedoch auf gewollte oder ungewollte Verletzungen zurückzuführen.

George C. Patton, Carolyn Coffey, Susan M. Sawyer, Russell M. Viner, Dagmar M. Haller, Krishna Bose, Theo Vos, Jane Ferguson, Colin D. Mathers:
Global patterns of mortality in young people: a systematic analysis of population health data
The Lancet 2009; 374: 881–92
www.thelancet.com

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