An Malaria erkranktes Kind in Tansania. Foto: action medeorBarcelona/London (epo.de). - Ein von der Weltgesundheits-organisation WHO empfohlener Therapieansatz könnte nach den Ergebnissen klinischer Studien in Afrika die Neuerkrankung von jährlich sechs Millionen Säuglingen an Malaria verhindern. Die Ergebnisse einer Metaanalyse, die am Donnerstag in der medizinischen Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlicht wurde, zeigen Experten zufolge auf, dass die intermittierende präventive Malariatherapie im Säuglingsalter (Intermittent Preventive Treatment of Malaria in Infants -IPTi), bei der der Wirkstoff Sulfadoxin-Pyrimethamin (SP) verwendet wird, bei 30 Prozent afrikanischer Säuglinge erfolgreich ist.

Nach Angaben des IPTi Konsortiums, das am Barcelona Centre for International Health Research angesiedelt ist, ist die "sichere, bezahlbare und einfache Methode" bislang nur in wenigen afrikanischen Ländern übernommen worden. Das Konsortium ist davon überzeugt, dass bei einer Ausweitung des IPTi-SP-Behandlungsansatzes auf weitere afrikanische Länder Jahr für Jahr sechs Millionen Malariafälle in der am meisten gefährdeten Bevölkerungsgruppe verhindert der Säuglinge unter 12 Monaten verhindert werden könnten.

"Der Therapieansatz IPTi mit dem Medikament SP hat das Potenzial, jährlich Zehntausenden von Menschen in Afrika das Leben zu retten, und kann darüber hinaus unkompliziert und schnell über bereits existierende WHO-Impfprogramme eingeführt werden, wie auch die Ergebnisse der Studie bestätigen", erklärte Dr. Pedro Alonso, Studienleiter und Chef des Sekretariats am Zentrum für Internationale Gesundheitsforschung in Barcelona, das dem Klinikum der Universität Barcelona (Spanien) angegliedert ist. "IPTi ist eine sinnvolle Ergänzung bestehender Maßnahmen zur Bekämpfung von Malaria. Deshalb sollten politische Entscheidungsträger auf internationaler Ebene und Leiter nationaler Programme zur Malariakontrolle die sofortige Einführung dieses Therapieansatzes und dessen Einbindung in bereits existierende Programme ernsthaft in Erwägung ziehen."

Das IPTi Consortium basiert auf der Zusammenarbeit von mehr als 20 Organisationen aus Afrika, Europa und den USA und lieferte mit der Analyse nach eigenen Angaben den bislang fundiertesten Nachweis für die Wirksamkeit dieses Ansatzes bei der Malariaprävention im Säuglingsalter. Die Studienergebnisse wurden über einen Zeitraum von neun Jahren von 1999 bis 2008 in Mosambik, Gabun, Ghana und Tansania unter Einbeziehung von fast 8.000 Säuglingen gewonnen. Die Bill & Melinda Gates Foundation unterstützte die Forschungen.

Bei der IPTi wird Säuglingen zwei- oder dreimal im Laufe des ersten Lebensjahrs ein Antimalariamittel verabreicht. Dabei kann die Verabreichung parallel zu bereits existierenden Impfprogrammen, wie beispielsweise zum erweiterten Impfprogramm der WHO, erfolgen. Die Kosten pro Dosis liegen nach Angaben des Konsortiums zwischen 0,13 - 0,23 US-Dollar.

"UNICEF unterstützt die Ausweitung der IPTi-Methode in Afrika; ein Behandlungsansatz zur Malaria-Kontrolle mit dem Potenzial, die Krankheit bei Kindern deutlich zu reduzieren", erklärte Alexandra de Sousa, Operational Research Coordinator von UNICEF.

Dem IPTi Konsortium zufolge traten 86 % der weltweit 247 Millionen Malariafälle im Jahr 2006 in Afrika auf. Afrikanische Säuglinge haben das höchste Risiko, an den schwersten Malariaformen zu erkranken; alle 30 Sekunden stirbt eine afrikanisches Kind an Malaria.

Foto: An Malaria erkranktes Kind in Tansania © action medeor


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