Aids-Waise in China. Foto: UNESCOHannover (epo.de). - Rund 2,7 Millionen Menschen haben sich im Jahr 2008 neu mit HIV/Aids infiziert - 17 Prozent weniger als im Jahr 2001. "Dieser Erfolg geht vor allem auf Vorbeugungsmaßnahmen wie den Gebrauch von Kondomen zurück", stellte die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember fest. Die DSW fordert weitere Investitionen in die Prävention, vor allem in der besonders betroffenen Region Subsahara-Afrika.

"Die neuen Zahlen der Vereinten Nationen zeigen ganz klar: Aufklärung und Verhütung helfen, die Aids-Epidemie einzudämmen und Leben zu retten", erklärte Renate Bähr, Geschäftsführerin der DSW. Noch immer sei die Zahl der Neuinfizierten im Jahr 2008 mit täglich 7.400 Menschen jedoch inakzeptabel hoch. "Deshalb muss dringend mehr in Präventionsmaßnahmen investiert werden, insbesondere in Afrika südlich der Sahara, der weiterhin am stärksten von HIV betroffenen Region." Im Jahr 2008 entfielen 71 Prozent aller Neuinfektionen auf diese Region, und drei Viertel der jährlich zwei Millionen Aids-Toten waren hier zu beklagen.

Nach Angaben der DSW sind junge Frauen in Afrika südlich der Sahara besonders von HIV betroffen. Während Frauen weltweit die Hälfte der 33,4 Millionen HIV-Infizierten ausmachten, seien es hier 60 Prozent. Unter den 15- bis 24-jährigen Neuinfizierten seien sogar 75 Prozent weiblich. Das hohe Risiko von Frauen, sich mit HIV anzustecken, habe biologische, soziale und kulturelle Gründe. Beispielsweise könnten Frauen angesichts ihrer schwachen gesellschaftlichen Stellung den Gebrauch von Kondomen gegenüber Männern oft nicht durchsetzen. Frauen brauchten daher Präventionsmethoden, die sie selbstbestimmt und unabhängig vom Partner anwenden können.

Eine solche Möglichkeit bieten der DSW zufolge Mikrobizide, die als Cremes oder Gels vaginal angewendet werden und die Frauen für mehrere Stunden vor einer HIV-Infektion schützen sollen. Die Mikrobizid-Präparate befinden sich derzeit in der Entwicklung. Es wird erwartet, dass in etwa fünf bis sieben Jahren die ersten Präparate auf den Markt kommen. "Wenn wir dieses Ziel erreichen wollen, müssen die Investitionen in die Entwicklung und Forschung von Mikrobiziden deutlich erhöht werden", sagte Renate Bähr.


Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung unterstützt Aufklärungsinitiativen und Familienplanungsprojekte in Entwicklungsländern. Derzeit engagiert sich die DSW in insgesamt 31 Entwicklungsprojekten in Ostafrika sowie Asien. Sieben Millionen Jugendliche hat die DSW nach eigenen Angaben bislang auf diesem Weg erreicht.

www.weltbevoelkerung.de

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