atomkraftBerlin (epo.de). - Mit "Hobby-Lobbyisten" will die Umwelt- und Entwicklungsorganisation "urgewald" Abgeordnete des Deutschen Bundestages davon überzeugen, dass viele Bürger nicht bereit sind, Atomexporte mit Steuergeldern zu fördern. Die Kampagne richtet sich gegen die Vergabe von Hermesbürgschaften für Atomexporte. Der Siemens-Konzern habe bereits eine Bürgschaft in Höhe von 1,4 Milliarden Euro für Brasilien beantragt, berichtete urgewald.

Urgewald befüchtet, dass die schwarz-gelbe Bundesregierung die Umweltleitlinien aus dem Jahr 2001 außer Kraft setzen könnte, die Atomexporte von der Bürgschaftsvergabe ausschließen. Nach Angaben der Umweltorganisation hat Siemens einen Antrag auf eine Hermes-Deckung für das in Brasilien geplante Atomkraftwerk Angra 3 in Höhe von 1,4 Milliarden Euro gestellt. Angra 3 liege in einem Erdbebengebiet im Bundesstaat Rio de Janeiro, kritisierte urgewald.

Im Rahmen der Kampagne "Strahlende Exporte - Nicht mit uns!" sucht urgewald nun bundesweit Mitstreiter. Sie sollen als "Hobby-Lobbyisten" den örtlichen Bundestagsabgeordneten der Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP einen Besuch abstatten. Die Abgeordneten müssten "spüren, wie sensibel das Thema Hermesbürgschaften für Atomexporte ist und dass Steuerzahler aus ihrem Wahlkreis keine Lust haben, die gefährlichen Geschäfte von Siemens und Co. abzusichern", heißt es in einem Aufruf von urgewald.

Urgewald hat nach eigenen Angaben einen ausführlichen "Lobby-Leitfaden für Anfänger" erarbeitet und bietet den "Hobby-Lobbyisten" eine persönliche Betreuung und Beratung durch das urgewald-Team an. Obwohl die meisten Bundestagsabgeordneten der Regierungsfraktionen die Nutzung der Atomenergie in Deutschland befürworteten, bestünden "gute Chancen, sie davon zu überzeugen, dass die Rahmenbedingungen für die Atomkraftnutzung in Entwicklungs- und Schwellenländer äußerst bedenklich sind", so urgewald.

Hintergrund:

www.urgewald.de

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