oxfamBerlin (epo.de). - Oxfam hat die Teilnehmer des Berliner Agrarministergipfels aufgefordert, sich für agrar-ökologische Anbauverfahren einzusetzen, um Bodenschutz und Bodenfruchtbarkeit nachhaltig zu verbessern. Bereits jetzt gefährde der Klimawandel die Lebensgrundlagen von weltweit 1,7 Milliarden Kleinbauern, erklärte die Hilfsorganisation am Freitag in Berlin. Dies habe die Oxfam-Studie "People-Centred Resilience" nachgewiesen.

Die betroffenen Kleinbauern - davon 837 Millionen in Asien und 228 Millionen in Afrika - leben Oxfam zufolge in ertragsschwachen und benachteiligten Gebieten, teils mit geringen Niederschlägen. Ihre Unterstützung würde sich dreifach auszahlen, sagte Oxfams Agrarexpertin Marita Wiggerthale: "Sie verbessert die Ernährungssituation, fördert die Anpassung an den Klimawandel und hilft, Treibhausgase zu reduzieren." Der Gipfel der Agrarminister findet am Montag anlässlich der Grünen Woche in Berlin statt. 

Oxfam kritisierte, umweltschonende Anbaumethoden würden bislang bei der Hungerbekämpfung kaum berücksichtigt. "Der EU-Fonds in Höhe von einer Milliarde Euro, der während der Nahrungsmittelkrise 2008 geschaffen wurde, finanziert nur zu 14 Prozent Projekte mit einer agrar-ökologischen Komponente", sagte Wiggerthale. Hingegen gingen 51 Prozent der Mittel in Projekte, in denen Pestizide verwendet werden. "Die Landbewirtschaftung muss weniger auf Düngemittel, Pestizide und Technologie setzen, und mehr auf ökologische Anbaumethoden und traditionelles Wissen. So können Klimarisiken und damit auch Hunger und Armut für Kleinbauern erheblich verringert werden", erklärte Wiggerthale.

Der Studie zufolge sind in Entwicklungsländern bereits 384 Millionen Hektar vom Verlust der Bodenfruchtbarkeit betroffen. Die fruchtbare Humusschicht werde immer dünner, so Oxfam. In Afrika treffe dies für 65 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche zu.

Die deutsche Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hatte kürzlich erklärt, es müssten vermehrt Treibhausgase aus der Nahrungsmittelproduktion in Kauf genommen werden, damit genügend Lebensmittel für alle Menschen verfügbar seien. Oxfam widerspricht dieser Auffassung. "Für den Klimaschutz macht es einen bedeutenden Unterschied, ob Düngemittel und Pestizide oder agrarökologische Anbauverfahren eingesetzt werden", so Wiggerthale. Lachgas-Emissionen beim Ausbringen von Dünger sowie der Humusabbau durch die intensive Landbewirtschaftung trügen zum Klimawandel bei.

Wichtig sei ein klimapolitischer Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft hierzulande, betonte Oxfam. "Das Ziel: Weniger Fleisch, weniger klimaschädliche Überdüngung, mehr Bodenschutz und mehr Grünland".

Foto: Dürre in Mali © Oxfam

www.oxfam.de

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