euBrüssel (epo.de). - Die Finanzhilfen der EU-Staaten an Drittländer sollten in einer EU-Entwicklungsbank gebündelt werden. Diesen Vorschlag hat eine Expertengruppe unter der Leitung des ehemaligen Chefs des Internationalen Währungsfonds (IWF), Michel Camdessus, jetzt in Brüssel unterbreitet. Auf diese Weise könne die europäische Entwicklungshilfe effektiver und sichtbarer werden, heißt es in dem von der EU in Auftrag gegebenen Bericht.  

Dem Bericht zufolge sollten die Europäische Investitionsbank (EIB), die Londoner Osteuropabank und der neue diplomatische Dienst der EU-Kommission ihre Finanzhilfen in eine neue "Europäische Bank für Zusammenarbeit und Entwicklung" einbringen. Die EU liege bei der Entwicklungshilfe weltweit an der Spitze, erklärte Camdessus. Die EU-Hilfen würden jedoch von vielen unterschiedlichen Stellen vergeben und seien deshalb in der Öffentlichkeit kaum bekannt.

"Die europäische Entwicklungshilfe muss schlagkräftiger und sichtbarer werden", sagte Camdessus dem Handelsblatt. "Dieses Ziel können wir erreichen, indem wir alle externen Finanzhilfen in einer Entwicklungsbank zusammenführen." Aufgrund der Finanzkrise und der hohen staatlichen Defizite würden die Mittel für Entwicklungsländer knapper, so Camdessus. Um so wichtiger sei es, sie effektiv einzusetzen.

Camdessus rechnet damit, dass eine Fusion der Entwicklungshilfe in der EU auf "erhebliche bürokratische Widerstände" stoßen werde. Der politische Wille zu einer Reform der Entwicklungshilfe sei jedoch erkennbar.

www.europa.eu

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