haiti_port_au_princePort-au-Prince (epo.de). - Durch das verheerende Erdbeben in Haiti vor acht Wochen ist die Zahl der Menschen mit Behinderung von 800.000 auf rund eine Million angewachsen. Beim Wiederaufbau öffentlicher Gebäude sollen die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen von vornherein berücksichtigt werden. Die Christoffel-Blindenmission (CBM) ist an der Ausarbeitung eines entsprechenden nationalen Programmes beteiligt.

"Durch die Katastrophe könnte die Zahl der Haitianer, die mit einer Behinderung leben müssen, von zuvor 800.000 inzwischen auf nahezu eine Million Menschen angewachsen sein", erklärte der Direktor der Christoffel-Blindenmission, Rainer Brockhaus. Ein zentrales Ziel der CBM beim Wiederaufbau sei es, darauf zu achten, dass öffentliche Gebäude für Menschen mit Behinderungen zugänglich sind.

In der Praxis heißt dies, beispielsweise, dass unüberwindbare Treppen, fehlende Handläufe oder Orientierungssysteme Menschen mit Behinderung nicht daran hindern dürfen, ihre Bürgerrechte wahrzunehmen. Gemeinsam mit dem haitianischen Staatssekretär für die Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen, Michel Pean, und Handicap International entwickelt die CBM federführend in den nächsten Wochen das nationale Programm, in dem neben anderen Maßnahmen eine barrierefreie Bauweise vorgesehen ist.

Es sind oft Details, die den Unterschied zwischen barrierefreier und unzugänglicher Bauweise ausmachen, wie zum Beispiel breitere Türen. Die Kosten für diese Art zu bauen bei öffentlichen wie auch privaten Gebäuden seien deutlich geringer, wenn bereits bei der Planung an alle Menschen gedacht wird, so die CBM. So nützten Rampen Rollstuhlfahrern und Müttern mit Kinderwagen gleichermaßen. Sehbehinderte, aber auch ältere Menschen seien dankbar für eine gute Beleuchtung und Beschilderung in großer Schrift. Blinde Menschen benötigten ein tastbares Leitsystem, das ihnen aufzeige, wie sie innerhalb eines Gebäudes von einem Ort zum anderen gelangen. Auch sanitäre Anlagen müssten diesen Kriterien entsprechen, damit sie allen Menschen zugänglich sind.

Zusätzlich will die CBM ihr Fachwissen auch anderen Entwicklungsorganisationen zur Verfügung stellen, damit sie zukünftig in Nothilfesituationen die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen von vornherein in ihre Projektplanungen einbeziehen. Zudem sollen lokale Behindertenverbände informiert und darin unterstützt werden, ihre Interessen beim Wiederaufbau selbst zu vertreten und einzufordern.

www.cbm.de

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