1000cities_1000lives_140Genf (epo.de). - Die Weltgesundheits-Organisation (WHO) hat angesichts der zunehmenden Verstädterung auf die Gesundheitsgefahren hingewiesen, die dieser Prozess mit sich bringt. Die Organisation rief Stadtverwaltungen und Stadtplaner weltweit anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April dazu auf, gegen die unzureichende und ungleiche Gesundheitsversorgung in den Städten vorzugehen. Die WHO will dies mit einer Kampagne unterstützen.

Der dramatische Anstieg der Zahl der Menschen, die in Städten leben, berge Gefahren, biete gleichzeitige aber auch Chancen, erklärte die WHO in Genf. Vor 30 Jahren hätten 40 Prozent der Weltbevölkerung in Städten gelebt. Bis zur Mitte dieses Jahrhunderts werde die städtische Bevölkerung auf 70 Prozent anwachsen. Zentral für eine funktionierende Gesundheitsversorgung in den Städten sei eine entsprechende Stadtplanung.

Im allgemeinen gehe es der städtischen Bevölkerung besser als der Bevölkerung auf dem Land, sagte die WHO-Generaldirektorin Margaret Chan. Städter hätten einen besseren Zugang zu medizinischer Versorgung und sozialen Dienstleistungen und eine höhere Lebenserwartung. Auf der anderen Seite herrschten in Städten auch größere Gesundheitsgefahren, insbesondere im Hinblick auf unzureichende sanitäre Einrichtungen, Umweltverschmutzung, Verkehrsunfälle, Seuchen und einen ungesunden Lebensstil.

Die WHO warnte insbesondere vor Infektionskrankheiten, die sich aufgrund der Bevölkerungsdichte in Städten schnell ausbreiteten, sowie Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Krebs und Herz- und Kreislauferkrankungen.

Stadtverwaltungen und Stadtplaner könnten die Lebensbedingungen in Städten erheblich verbessern, wenn sie die Stadtplanung gezielt für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung nutzten, so die WHO. Dabei komme es auch darauf an, dass die Bürger in die Entscheidungsprozesse eingebunden werden, die Bedürfnisse einer alternden Bevölkerung berücksichtigt würden und eine bessere Katastrophenvorsorge stattfinde.

Nach Angaben der WHO sterben weltweit rund 1,2 Millionen Menschen jährlich an Luftverschmutzung. Verkehrsunfälle sind die wichtigste Todesursache bei jungen Menschen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren. Nahezu eine Milliarde Menschen leben in städtischen Slumgebieten.

Anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April haben 1.300 Städte weltweit Diskussionen zum Thema Gesundheit anberaumt. Die WHO will im November in Kobe (Japan) eine große internationale Konferenz über städtische Gesundheit abhalten.

www.who.int

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