eiti_150Berlin (epo.de). - Der Energiekonzern RWE und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sind als erste deutsche Unternehmen der Extractive Industries Transparency Initiative (EITI) beigetreten. Das gab die Bundesregierung anlässlich der Aufsichtsratstagung der EITI am 15./16. April in Berlin bekannt. Die EITI dient der Transparenz im Rohstoffsektor und wird von der Bundesregierung seit Jahren unterstützt.

In vielen Ländern mit reichen Rohstoffvorkommen profitiert die Bevölkerung nicht oder nicht in ausreichendem Maße von den staatlichen Einnahmen aus dem Rohstoffsektor. Die Transparenz-Initiative EITI von Regierungen, Unternehmen und der Zivilgesellschaft versucht, Licht ins Dunkel über den Verbleib der Geldmittel zu bringen.

Die Bundesregierung unterstützt diese Initiative seit Jahren politisch und finanziell. Die Gewinnung deutscher Unternehmen als Förderer der Initiative ist ein besonders wichtiges Anliegen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Anlässlich der Aufsichtsratstagung der EITI in Berlin am 15. und 16. April konnten die Ministerien nun die Beitritte der ersten deutschen Unternehmen zur EITI verkünden.

Der deutsche Energiekonzern RWE ist das erste deutsche DAX-Unternehmen, das nun gemeinsam mit führenden internationalen Öl-, Gas- und Bergbauunternehmen wie Total, Shell, BP und Arcelor Mittal weltweit die EITI-Transparenzprinzipien umsetzen will. Die Unterstützung der KfW-Bankengruppe wird in Verantwortung der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) umgesetzt werden. KfW und DEG sollen als bedeutende Privatwirtschaftsförderer wichtige Impulse geben, so dass sich deutsche Unternehmen bei der Unterstützung der EITI in aller Welt noch intensiver engagieren.

Die EITI sei ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu mehr Transparenz im Rohstoffsektor, betonten Gudrun Kopp, die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesentwicklungsministerium, und Bernd Pfaffenbach, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, bei der Auftaktveranstaltung zur Aufsichtsratstagung von EITI in der Temporären Kunsthalle in Berlin am 14. April. Sie begrüßten die Entscheidungen der KfW-Bankengruppe und von RWE, wie auch das seit Beginn des Jahres bestehende Engagement der deutschen Graphit Kropfmühl über deren niederländischen Mutterkonzern Advanced Metallurgical Group (AMG) N.V.

"Damit die Menschen in Entwicklungsländern vom Rohstoffreichtum profitieren, braucht es transparente und faire Standards", sagte Kopp. "Die EITI-Kriterien ermöglichen es der Zivilgesellschaft, den Verbleib der Rohstoffeinnahmen zu kontrollieren. Durch solche Transparenz kann gesichert werden, dass die Gelder der Armutsbekämpfung zugute kommen. 32 Staaten sind derzeit mit der Umsetzung des EITI-Prozesses beschäftigt. Das ist ein wichtiger Erfolg. Zur Unterstützung dieser Entwicklung setzen wir unser partnerschaftliches Engagement für Transparenz und gute Regierungsführung im Rohstoffsektor auch in Zukunft mit unvermindertem Engagement fort."

Bernd Pfaffenbach unterstrich das wachsende Verantwortungsbewusstsein deutscher Unternehmen im Rohstoffsektor, die sich im Dialog mit den Ministerien intensiv mit der Initiative auseinandersetzten. "Das Bundeswirtschaftsministerium wird weiter daran arbeiten, gute Regierungsführung und eine nachhaltige Rohstoffstrategie zugunsten der Versorgungssicherheit zu fördern und hofft, dass weitere deutsche Unternehmen und Investoren künftig zu den aktiven Unterstützern der Initiative werden", sagte der Staatssekretär.

EITI-Vorsitzender Peter Eigen dankte der Bundesregierung für ihre langjährige Unterstützung. "Unsere Initiative braucht Partner wie Deutschland, um Rohstofftransparenz weltweit zu verankern. Die Bundesregierung setzt mit ihrer technischen Begleitung der EITI-Prozesse in vielen rohstoffreichen Ländern Standards. Gleichzeitig bekennt sie sich durch ihren Dialog mit der deutschen Wirtschaft zu dem Prinzip, dass Transparenz nur funktionieren kann, wenn sie von allen Partnern im Rohstoffhandel gemeinsam unterstützt und umgesetzt wird."

http://eitransparency.org

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