kamerun_lage_150Berlin (epo.de). - Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Gudrun Kopp (FDP), hat Kamerun zum 50. Jahrestag der Unabhängigkeit gratuliert. "Wir freuen uns mit dem kamerunischen Volk über 50 Jahre Unabhängigkeit", sagte Kopp am Donnerstag in Berlin. Die frühere deutsche Kolonie feiert ihre Unabhängigkeit am 20. Mai.

Kamerun war von 1884 bis zum ersten Weltkrieg deutsche Kolonie, danach übernahmen Frankreich (80 Prozent) und Großbritannien (20 %) das Verwaltungsmandat über das zentralafrikanische Land. 1960 erhielt das französische Kamerun nach dem Auslaufen des UN-Mandats und einer Volksabstimmung die Unabhängigkeit und nannte sich Ost-Kamerun. Der Norden des britischen Mandatsgebietes hatte zuvor bei einer Volksabstimmung für den Anschluss an Nigeria gestimmt; der südliche Teil entschied sich im Jahr darauf für einen Anschluss an den Staat Kamerun.

"In alter Verbundenheit mit der ehemaligen Kolonie", so das BMZ, habe Deutschland seit den 1960er Jahren Entwicklungsprojekte in Kamerun finanziert. Im Jahr 2006 wurde das Land im Rahmen einer internationalen Initiative weitgehend entschuldet. Die Bundesregierung erließ Kamerun Schulden in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro.

Das BMZ verweist darauf, die kamerunische Regierung habe vor kurzem eine ehrgeizige Strategie für Wirtschaft und Beschäftigung vorgelegt. Die Bundesregierung unterstütze die Umsetzung der kamerunischen Entwicklungsstrategie durch ihre Entwicklungszusammenarbeit, insbesondere in den mit der kamerunischen Regierung vereinbarten Schwerpunkten Gesundheit und HIV/AIDS, nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen sowie Dezentralisierung, lokale Entwicklung und Regierungsführung.

Deutschland gehört zusammen mit der Weltbank, der Europäischen Union und Frankreich zu den größten und einflussreichsten Gebern in Kamerun. Alle Programme werden nach Angaben des BMZ in Zusammenarbeit mit Weltbank und Frankreich finanziert und umgesetzt. Bei Regierungsverhandlungen zur Entwicklungszusammenarbeit im Dezember 2008 hatte Deutschland Kamerun für die Jahre 2008 und 2009 insgesamt 39 Millionen Euro zugesagt. Die nächsten Regierungsverhandlungen sollen im kommenden September in Bonn stattfinden.

Kamerun ist aus der Sicht des BMZ im Vergleich zu seinen zentralafrikanischen Nachbarn politisch relativ stabil und wirtschaftsstark. Der seit 1982 amtierende Staatspräsident Paul Biya sei in der Lage, "die über 80 Ethnien sowie die frankophonen und anglophonen Landesteile mit einem ausgeklügelten System des Klientelismus in einer gewaltfreien Balance zu halten", so das BMZ.

Im Dialog mit der kamerunischen Regierung mahnt die Bundesregierung jedoch regelmäßig weitere Fortschritte in den Bereichen Demokratisierung, Korruptionsbekämpfung sowie bei der Verbesserung der Menschenrechtslage an. "Im Hinblick auf die in 2011 anstehenden Präsidentschaftswahlen hofft Deutschland auf ein freies und faires Wahlverfahren", sagte Gudrun Kopp. "Dies wäre ein wichtiger Schritt zur Stärkung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Kamerun."

http://de.wikipedia.org/wiki/Kamerun
www.bmz.de

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