wb_investing_100Wien (epo.de). - Die Weltbank hat erstmals die gesetzlichen Rahmenbedingungen für ausländische Investoren analysiert und anhand objektiver Daten einen Vergleich zwischen weltweit 87 Ländern ermöglicht. Überregulierung und veraltete Gesetze stellten ein wesentliches Hindernis für ausländische Direktinvestitionen dar, heißt es in dem am Mittwoch in Wien veröffentlichten Bericht "Investing Across Borders 2010". Die mangelhafte Umsetzung von bestehenden Gesetzen und Vorschriften verursache zusätzliche Kosten für Investoren.

Klare und transparente Gesetze und Regelungen für ausländische Investitionen bringen für alle Beteiligten Vorteile, mahnt der Bericht: für Regierungen, Konsumenten, aber auch für Investoren selbst. "Ausländische Direktinvestitionen sind eine wichtige Triebkraft für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes, besonders in Krisenzeiten. Sie bringen zusätzliches Kapital, heben das Technologie- und Qualifikationsniveau, helfen neue Arbeitsplätze zu schaffen und erhöhen die Wettbewerbsfähigkeit. Die positiven Auswirkungen sind auch für Konsumenten spürbar und zwar durch niedrigere Preise und leichteren Zugang zu Gütern und Dienstleistungen", sagte Janamitra Devan, Vize Präsident für Finanz- und Privatsektor Entwicklung der Weltbankgruppe.

In Angola und Haiti führt dem Bericht zufolge eine überbordende Bürokratie dazu, daß es für ein ausländisches Unternehmen bis zu einem halben Jahr dauern kann, um eine lokale Niederlassung zu gründen. In Kanada, Georgien und Ruanda sei dies in weniger als einer Woche möglich. Um einen Pachtvertrag für ein Gewerbegrundstück abzuschliessen, benötigten ausländische Investoren in Nicaragua und Sierra Leone durchschnittlich bis zu einem halben Jahr - in Armenien, der Republik Südkorea und dem Sudan hingegen weniger als zwei Wochen. In Pakistan, den Philippinen und Sri Lanka könnten bis zur Durchsetzung eines Schiedsspruches zwei Jahre vergehen.

Der Investing Across Borders 2010 Bericht zeigt der Weltbank zufolge, dass jene Länder, die in den einzelnen gemessenen Indikatoren gut abschneiden, tendenziell auch mehr ausländische Direktinvestitionen (im Verhältnis zu Wirtschaftsgröße und Bevölkerungszahl) aufweisen. Umgekehrt lasse sich auch feststellen, daß Länder mit schlechteren Werten eine höhere Korruptionsrate, größere politische Risiken und schwächere Verwaltungsstrukturen aufweisen.

Der Investing Acorss Borders 2010 Bericht soll Ländern dabei helfen, ein wettbewerbsfähigeres Investitionsklima zu schaffen. Der Report gibt Gestetzgebern und Entscheidungsträgern zahlreiche good practice Beispiele für die Gestaltung und Umsetzung entsprechender Maßnahmen an die Hand.

Die Indikatoren des Berichtes erfassen verschiedene Bereiche des Investitionsklimas in 87 Ländern weltweit. Unter anderem erfassen sie sektorspezifische Beschränkungen für ausländische Investoren beim Erwerb von Unternehmensbeteiligungen, analysieren die Dauer und Komplexität des Gründungsprozesses ausländischer Niederlassungen, identifizieren Beschränkungen bei Kauf und Pacht von Gewerbeflächen und beleuchten die Regelungssysteme für gewerbliche Schlichtungsverfahren.

Obwohl Investing Across Borders nicht alle Aspekte erfasst, die für eine Standortwahl ausschlaggebend sind - ausgeklammert werden unter anderem Größen wie die Sicherheitslage, makroökonomische Stabilität, Marktgröße und -potential, Korruption, Bildungsniveau, Qualität der Infrastruktur, etc. - bietet der Bericht eine Orientierung für Länder, die ein wettbewerbsfähigeres Investitionsklima schaffen wollen.

www.investingacrossborders.org
www.worldbank.org

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