icrcGenf (epo.de) – Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) schult in Pakistan Journalisten, die in von Gewalt betroffenen Gebieten tätig sind. In Peshawar lernten Reporter von der Tribal Union of Journalists kürzlich in einem dreitägigen Kurs, wie in Notsituationen Leben gerettet werden können. Weitere Kurse sind in diesen Jahr unter anderem in Punjab, Sindh und Balochistan vorgesehen.

"Unfälle, Bombenanschläge und andere Notsituationen kommen häufig vor, und Journalisten sind in der Regel die Ersten, die am Schauplatz eintreffen. Wenn sie die Grundlagen der Ersten Hilfe kennen, können sie zahlreiche Leben retten und auch sich selbst schützen", erklärte Asif Raza, der Erste-Hilfe-Koordinator des Pakistanischen Roten Halbmonds für die Stammesgebiete unter Bundesverwaltung (Federal Administered Tribal Areas, FATA). "Deshalb schulen wir Journalisten, die in den Stammesgebieten arbeiten, in Grundkenntnissen, damit sie mit diesen Situationen umgehen können, wenn niemand sonst vor Ort ist, der helfen kann."

Wegen der zahlreichen Zwischenfälle in den FATA, die eine Vielzahl von Opfern forderten, und der begrenzten Anzahl Ambulanzfahrzeuge hätten die Notfalldienste häufig Probleme, schnell zu reagieren, berichtete das IKRK. Die rasch geleistete Erste Hilfe könne Leben retten, bis die Notfalldienste mit besser ausgebildetem Personal ankommen.

"Wir haben durch die Schulung viel gelernt, weil wir nun wissen, was zu tun ist, wenn jemand verletzt wird", sagte Zafar Wazir, der Pressesekretär der Tribal Union of Journalists. "In den FATA gibt es nur wenige Gesundheitszentren und keine Einrichtungen wie in den Grossstädten. Somit kann das Leben einer Person von unserer Hilfe abhängen. Da sich die Journalisten ständig von Dorf zu Dorf und von Stadt zu Stadt bewegen, sind sie nach der Schulung in der Lage, im Notfall Erste Hilfe zu leisten."

Im Laufe der vergangenen Jahre habe der Notfalldienst des Pakistanischen Roten Halbmonds eine zunehmend wichtigere Rolle bei der Rettung von Menschenleben gespielt, so das IKRK. Der nahezu im ganzen Land bereitgestellte Dienst setze vollständig ausgestattete Ambulanzfahrzeuge ein, die mit paramedizinischen Assistenten und Nothelfern besetzt sind. Das IKRK stellt Unterstützung für die Gesundheits- und Erste-Hilfe-Einrichtungen des Pakistanischen Roten Halbmonds in den konfliktbetroffenen Regionen bereit.

Die lebensrettende Erste Hilfe sei insbesondere in den von den Kämpfen betroffenen Gebieten Pakistans eine äusserst wertvolle Fähigkeit, so das IKRK. Obwohl das IKRK den Opfern der Kämpfe in seinem Krankenhaus für durch Waffen Verwundete in Peshawar regelmässig Hilfe leiste, hänge ein bedeutender Teil des dort erzielten Erfolgs davon ab, welche Massnahmen vor der Einlieferung der Patienten getroffen werden. Die vom IKRK und vom Pakistanischen Roten Halbmond bereitgestellte Schulung sei daher von entscheidender Bedeutung für das Überleben vieler Opfer.

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