cir_logoMünster (epo.de). - El Salvador zählt zu den gewalttätigsten Ländern der Erde. Die Mordraten seien inzwischen höher als während des blutigen Bürgerkrieges von 1980 bis 1991, berichtet die Christliche Initiative Romero (CIR). Jugendbanden kontrollierten mitunter bereits ganze Stadtviertel. Bis zu 40 Prozent aller Delikte mit Todesfolge würden ihnen zugerechnet. Die CIR will ihre Herbsttagung im Oktober in Münster der Situation in El Salvador widmen.

Immer öfter, so die CIR, werden Frauen Opfer mörderischer Gewalt in dem mittelamerikanischen Land. Welche Handlungsräume hat angesichts der bedrückenden Situation die linke Regierung Mauricio Funes' im Kampf gegen Gewalt, Korruption und Armut? Und wo sieht die salvadorianische Zivilgesellschaft Wege aus der Gewaltspirale?

Um diese Fragen dreht sich am 2. und 3. Oktober im Franz-Hitze-Haus in Münster die diesjährige Herbsttagung der Christlichen Initiative Romero (CIR), die in Kooperation mit dem Franz-Hitze-Haus stattfindet. Unter dem Motto "El Salvador zwischen Aufbruch und Gewalt – 30 Jahre nach der Ermordung von Erzbischof Romero" beleuchten Referenten aus Deutschland und El Salvador die Situation in dem mittelamerikanischen Land und schlagen hierbei eine Brücke zu Leben und Wirken des 1980 ermordeten salvadorianischen Erzbischofs Oscar Romero. Auch 30 Jahre nach seinem Tod ist der von Auftragskillern ermordete Geistliche im Bewusstsein der Salvadorianer präsent. Er symbolisiert die Hoffnung auf eine bessere Zukunft des traumatisierten Landes.

"Neue Räume für Veränderungen in der Gesellschaft" lotet im Rahmen der Tagung etwa Larry Madrigal aus, Theologe und Leiter des Centro Bartolomé de las Casas in San Salvador. Währenddessen zeigt Jeanette Urquilla, Direktorin der salvadorianischen Organisation "Frauen für den Frieden" (Organización de Mujeres por la Paz/ORMUSA), in einem Vortrag "Gewaltstrukturen in einer traumatisierten Gesellschaft" auf. Die evangelische Theologin Bärbel Fünfsinn skizziert das Vermächtnis Oscar Romeros für unsere Zeit. Eine Podiumsdiskussion widmet sich Spielräumen für neue Politikansätze in El Salvador und Möglichkeiten der Solidarität in Europa. Abgerundet wird das vielfältige Tagungsprogramm durch verschiedene Arbeitsgruppen mit spirituellen und praktischen Aktivitäten.

Detaillierte Informationen zur Tagung "El Salvador zwischen Aufbruch und Gewalt – 30 Jahre nach der Ermordung von Erzbischof Romero" sind erhältlich bei der Christlichen Initiative Romero (CIR), Breul 23, 48143 Münster, Telefon 02 51 / 8 95 03, Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Hier ist auch eine Anmeldung möglich.

Die Christliche Initiative Romero setzt sich seit 1981 für Arbeits- und Menschenrechte in Ländern Mittelamerikas ein. Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Unterstützung von Basisbewegungen und Organisationen in Nicaragua, El Salvador und Guatemala sowie die Kampagnen- und Bildungsarbeit in Deutschland. Ziel ist, eine Brücke zwischen den Entwicklungsländern und Deutschland zu schlagen. Im Sinne ihres Namensgebers, des 1980 ermordeten salvadorianischen Erzbischofs Oscar Romero, setzt sich die Initiative gegen Ungerechtigkeitsverhältnisse ein und ergreift Partei für die Armen.

www.ci-romero.de

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