entergermany_150Berlin (epo.de). - Laut einem jüngst veröffentlichten Bericht der United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD) kommen mittlerweile 26 Prozent der globalen Direktinvestitionen im Ausland aus Schwellenländern. Besonders die so genannten BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) treiben diese Entwicklung stetig voran. Mit Unterstützung der FU Berlin ist jetzt ein German Center for Market Entry (GCME) gegründet worden, um Schwellenländern den Markteintritt in Deutschland zu erleichtern.   

Auch in Deutschland treten Unternehmen aus aufstrebenden Volkswirtschaften zunehmend als Aufkäufer, Fusionspartner oder Investoren auf. 2008 hatten die aus den BRIC-Ländern stammenden Direktinvestitionen in Deutschland laut der Bundesbank ein Volumen von rund 5,3 Milliarden Euro erreicht. Der Großteil entstammte dabei der Russischen Föderation, die historisch, geographisch und kulturell den besten Zugang zum deutschen Markt hat. China hatte rund 600 Millionen Euro, Indien rund 300 Mio. Euro und Brasilien rund 150 Mio. Euro investiert.

Neben Russland ist China der wichtigste BRIC-Investor in Deutschland. So haben sich insbesondere in der Region Frankfurt-Rhein-Main, in Hamburg und dem Ruhrgebiet bereits einige hundert chinesische Firmen angesiedelt – Tendenz steigend. Allerdings sehen sich speziell die Mittelständler unter ihnen während ihres Markteintritts mit verschiedenen Problemen konfrontiert. Die ungewohnte Geschäftskultur, der fremde Rechtsrahmen sowie bürokratische Vorgaben oder die noch unbekannte Marktstruktur erschweren oder verhindern den erfolgreichen Markteintritt.

An dieser Stelle erkannten der Sinologe und Betriebswirt Alexander Tirpitz, der Jurist Keywan Ghane und der Politologe Constantin Groll einen Kompetenz- und Beratungsbedarf. Mit Unterstützung von profund, der Gründungsförderung der Freien Universität Berlin, gründeten sie Ende Juni 2010 das German Center for Market Entry.

Das German Center for Market Entry verfolgt das Ziel, durch wissenschaftliche Studien Know-how zu den Strategien und Problemen ausländischer Unternehmen beim Markteintritt in Deutschland zu generieren und zu publizieren. Hierdurch wird neben den ausländischen Unternehmen auch der deutsche Staat dabei unterstützt, den Standort Deutschland noch investorenfreundlicher zu gestalten. Heimischen Unternehmen sollen die Chancen und nicht nur die Risiken aufgezeigt werden, die aus dem Markteintritt dieser Firmen resultieren. Zu oft würden Unternehmen aus den BRIC-Ländern nur als Konkurrenten und nicht als Partner wahrgenommen, so die Initiatoren.

Daneben soll das German Center for Market Entry die ausländischen Unternehmen selbst – speziell die Mittelständler unter ihnen – beim Markteintritt in Deutschland und Europa mit individueller Beratung und Projektmanagement-Angeboten unterstützen.

Zu Beginn stehen chinesische Unternehmen im Mittelpunkt der Aktivitäten des GCME. Dazu wird in den nächsten Monaten die erste überregional angelegte Studie zu den Markteintritten und Problemen chinesischer Unternehmen in Deutschland erfolgen. Ergebnis des Projektes wird ein im Dezember 2010 erscheinender Guide sein, der die identifizierten Probleme aufgreift und fernab von Standortwerbung praktikable Handlungsempfehlungen bietet.

www.entergermany.com

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