gtzEschborn (epo.de). - Der Rückversicherer Munich Re bringt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und der genossenschaftlich organisierten philippinischen Versicherungsgesellschaft "CLIMBS Life and General Insurance Cooperative" eine Mikroversicherung auf den Markt. Sie soll die Kreditgenossenschaften auf den Philippinen gegen die Folgen extremer Wetterereignisse absichern. Die Versicherungsleistungen sollen bei Naturkatastrophen einkommensschwachen Haushalten zu Gute kommen.

Extreme Wetterereignisse wie schwere Taifune stellen für Mikrofinanzinstitute wie Genossenschaften ein finanzielles Risiko dar. Sie können Liquiditätsengpässe oder sogar die Insolvenz der Genossenschaft zur Folge haben, da die Mitglieder häufig nicht mehr in der Lage sind, ihre Kredite zu bedienen. Dieses Risiko gleichen die Genossenschaften bislang dadurch aus, dass sie für ihre Kredite einen höheren Zinssatz verlangen, so die GTZ.

Die Philippinen liegen im so genannten Taifungürtel und sind damit in besonderem Maße durch extreme Wetterereignisse wie starke Regenfälle und Stürme gefährdet. Zuletzt hatten im September/Oktober 2009 die Taifune Parma und Ketsana landesweit Verwüstungen angerichtet und die Existenzgrundlage vieler Menschen vernichtet.

Angesichts der steigenden Zahl wetterbedingter Naturkatastrophen haben sich Munich Re und GTZ in einer strategischen Allianz zusammengeschlossen, um geeignete Mikroversicherungslösungen zur Absicherung gegen extreme Wetterereignisse zu entwickeln. Die als Public Private Partnership konzipierte Allianz führt die GTZ im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durch.

Ein Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist die neue Versicherung namens "CLIMBS Weather Protect" für die Philippinen. Die Deckung ist nach Angaben der GTZ speziell auf die Bedürfnisse einkommensschwacher Genossenschaftsmitglieder abgestimmt, die am stärksten unter den Folgen von Naturkatastrophen leiden. Mit dem Projekt sichert CLIMBS als Erstversicherer die Kreditportfolios der lokalen Genossenschaften ab und zahlt im Schadensfall die Versicherungsleistungen zügig aus.  

Die Genossenschaften erhalten einen vorab festgelegten Prozentsatz ihres Kreditvolumens als Versicherungsleistung, wenn z. B. eine bestimmte Regenmenge oder Windgeschwindigkeit erreicht wird. Die Genossenschaften müssen eine verbindliche Erklärung abgeben und sich zur Einhaltung von Grundsätzen verpflichten, wonach die Versicherungsleistungen den Mitgliedern zu Gute kommen, die am stärksten von einer Naturkatastrophe betroffen sind. Die Genossenschaften verwenden das Geld zum Beispiel, um Mitglieder beim Wiederaufbau ihrer Häuser oder bei der Wiederbeschaffung von Vieh oder anderen Produktionsmitteln zu unterstützen.

Als demokratisch organisierte Verbände leisten Genossenschaften auf den Philippinen Hilfe zur Selbsthilfe und fördern die wirtschaftliche Entwicklung, indem sie u. a. Kredite und Versicherungen anbieten. CLIMBS vereint landesweit über 1.600 Genossenschaften unter einem Dach und verfügt damit über ein weit verzweigtes Netzwerk, das es ermöglicht, die Menschen vor Ort zu erreichen.  

Die GTZ setzt die Partnerschaft auf den Philippinen im Zusammenhang eines Vorhabens im Auftrag des BMZ zu Innovationen im Bereich Mikroversicherungen um. Mit Kampagnen und Schulungsangeboten unterstützt die GTZ die Primärgenossenschaften und schärft das Bewusstsein einkommensschwacher Bevölkerungsgruppen für die Möglichkeiten, sich gegen Risiken zu versichern.  Bedingt durch den Klimawandel würden extreme Wetterereignisse künftig voraussichtlich zunehmen, so die GTZ. Deshalb sei davon auszugehen, dass Mikroversicherungslösungen für die Menschen in den betroffenen Regionen und für die Versicherungswirtschaft weiter an Bedeutung gewinnen.  

www.gtz.de
www.climbs.coop

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