swr_hungerBerlin (epo.de). - Fast eine Milliarde Menschen hungert, rund zehn Millionen Menschen sterben jährlich den Hungertod. Um diese unfassbaren Zahlen begreiflich zu machen, haben der renommierte Filmemacher Marcus Vetter und die Journalistin Karin Steinberger den Dokumentarfilm "Hunger" gedreht. TV-Premiere des Films ist am 25. Oktober um 22.45 Uhr in der ARD. Hilfsorganisationen unterstützen die Bildungs-DVD zum Film und bieten Diskussionsveranstaltungen an.

Warum werden nicht alle Menschen satt, wenn jedes Jahr zehn Prozent mehr Lebensmittel produziert werden, als weltweit benötigt? Dieser Frage gehen Marcus Vetter und Karin Steinberger in Mauretanien, Kenia, Indien, Brasilien und Haiti nach. Sie zeigen, wie einzelne Menschen, Gruppen und Organisationen darum ringen, das Ernährungsproblem in ihrem Dorf, ihrer Stadt oder ihrem Land zu beseitigen, den Hunger zu besiegen. Grimme-Preisträger Vetter ("Das Herz von Jenin") und Autorin Steinberger lassen dabei im Film die vom Hunger betroffenen Menschen sprechen. Sie zeigen, wie sich der Hunger auf jedes menschliche Schicksal auswirkt.

"Eine Milliarde Menschen auf der Welt hungern, das bedeutet, jeder siebte Mensch weltweit ist unterernährt", erklärte Francisco Marí, Experte für Agrarhandel- und Fischerei beim Evangelischen Entwicklungsdienst (EED). Hunger sei ein strukturelles Problem. Hier zeige sich, wie die umfassende Gier der Industrieländer nach Fisch, Fleisch und Agrokraftstoffen Menschen in den Ländern des Südens dazu verurteile, nie wieder satt zu werden.

"Der Film ist für uns alle ein Ansporn, mehr für die Hungernden der Welt zu tun. Das bisherige Engagement reicht nicht aus", zieht Rudolf Ficker, Vorstand des EED, sein Fazit. "Wir erhoffen uns von der Dokumentation und der Bildungs-DVD eine stärkere Sensibilisierung der deutschen Öffentlichkeit zum Thema Hunger. Jeder kann etwas dagegen tun, jeder von uns hat die Möglichkeit einen kleinen Teil dazu beizutragen, dass der Hunger in der Welt besiegt wird."

"Mit HUNGER wurde ein herausragender Film geschaffen, um über die schreckliche Lebensrealität von Millionen von Menschen zu informieren. Der Film bleibt nicht bei den Bildern hungernder Kinder stehen, sondern lässt die betroffenen Menschen selbst erklären, warum sie unter Hunger leiden", sagte Evelyn Bahn, Projektleiterin Welternährung beim INKOTA-netzwerk.

Auf der Suche nach den Ursachen für die Hunger-Katastrophe stoßen die Filmemacher in allen Ländern darauf, dass Hunger nicht selbstverschuldet ist. In Kenia wird den Turkana-Stämmen das Trinkwasser abgedreht, damit Rosen für den europäischen Markt bewässert werden können. In Brasilien werden Kleinbauern von ihrem Land vertrieben, damit Soja für die Futtermittelproduktion angebaut werden kann und in Indien treibt sie genverändertes Saatgut von Monsanto in die Schuldenspirale. Der Film porträtiert aber auch Menschen, die an Lösungen arbeiten und sich den Problemen mutig stellen.

Der Dokumentarfilm Hunger läuft im Rahmen der ARD-Themenwoche "Essen ist Leben" vom 23. bis 29. Oktober. Die Woche umfasst ein breites thematisches Spektrum. Neben der Hunger-Thematik zeigt die ARD Beiträge über gesunde Ernährung, Übergewicht bei Kindern, fairen Handel und Nachhaltigkeit. Die von Entwicklungsorganisationen unterstützte Bildungs-DVD zum Thema Hunger ist ab dem 25. Oktober verfügbar. INKOTA bietet bundesweit Bildungsveranstaltungen mit dem Dokumentarfilm an und diskutiert mit interessierten Bürgern, was gegen den weltweiten Hunger getan werden kann.

www.eed.de
www.inkota.de
www.swr.de/hunger

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