wfdBerlin. - Waris Dirie, Model, Menschenrechts-Aktivistin und selbst Betroffene, startet am 6. Februar die internationale Kampagne "Stop FGM now!" ("Stoppt Genitalverstümmelung jetzt!"). Unterstützt wird sie dabei in Deutschland von acht Organisationen, die sich im Kampf gegen dieses blutige Initiationsritual engagieren. Dazu gehört auch der Weltfriedensdienst mit mehreren Partnerorganisationen in Guinea Bissau. Dort werden jährlich tausende Mädchen genital verstümmelt.

"Ziel des gemeinsamen Engagements ist der effektive Schutz bedrohter Mädchen", sagt Georg Rohde, Geschäftsführer des Weltfriedensdienstes. "In Guinea Bissau konnten wir schon vor einigen Jahren erste Erfolge erzielen. Dank behutsamer Überzeugungsarbeit ist es gelungen, mit 446 Mädchen ein alternatives, unblutiges Initiationsritual zu feiern". 81 Beschneiderinnen gaben im Rahmen einer öffentlichen Zeremonie ihre Messer ab.

Der Weltfriedensdienst unterstützt das lokale Netzwerk DJINOPI (zu Deutsch: "Vorwärts, Leute!"). Fünf Frauen- und Jugendorganisationen arbeiten modellhaft mit 1.500 gefährdeten Mädchen und deren Familien. Mitarbeitende sprechen mit Männern, Frauen und Kindern, islamischen Geistlichen, Lehrern, Dorfchefs und Gesundheitspersonal. AktivistInnen von DJINOPI besuchen die Dörfer, diskutieren mit den Meinungsführern und moderieren Versammlungen. So können Dorfgemeinschaften ihren eigenen Weg zum Ausstieg aus der Beschneidungspraxis finden.

Um Zugang zu den Menschen zu finden wird die Tradition zwar einerseits gewürdigt, aber gleichzeitig wird auf die Unmenschlichkeit der Verstümmelung hingewiesen. Durch Radiosendungen, Plakate und Flugblätter wird über Alternativen und Möglichkeiten zur Beratung und Unterstützung informiert. Theaterszenen zum Mitmachen erleichtern die Aussprache und Lösungssuche. Traditionelle Beschneiderinnen werden bei der Suche nach beruflichen Alternativen mit einem vergleichbaren Einkommen und Prestige unterstützt, möglichst im Rahmen eines alternativen, unblutigen Initiationsrituals.

Das Engagement gegen die Genitalverstümmelung soll in den Religionsgemeinschaften, Schulen und Gesundheitsstationen, in Ministerien und Entwicklungsprogrammen verankert werden, so der WFD. Workshops und Trainings, Arbeitshilfen und Besuche erfolgreicher Vorhaben gegen Genitalverstümmelung in Nachbarländern tragen dazu bei, das Ziel zu erreichen.

www.wfd.de
www.stop-fgm-now.com

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