evbZürich. - Während die Weltbevölkerung und deren Lebensmittel-Verbrauch stetig wächst, nimmt die Zahl der Nahrungsmittelkonzerne immer weiter ab: In ihrer neuen Broschüre "AGROPOLY – Wie wenige Konzerne die weltweite Lebensmittelproduktion beherrschen" zeigt die Erklärung von Bern (EvB) die komplexen Ursachen und fatalen Folgen dieser gegenläufigen Entwicklung. Und sie fordert politische Massnahmen, die den Einfluss der Oligopole in diesem existentiellen Wirtschaftsbereich endlich einschränken.

Ob Saatgut, Tierzucht, Pflanzenschutz, Verarbeitung oder Vertrieb: Unsere Nahrung wird heute von einer Handvoll Unternehmen kontrolliert. Die fortschreitende Industrialisierung der Produktion von Lebensmitteln bedroht jedoch Menschen wie Umwelt, denn eine nachhaltige Landwirtschaft baut auf lokaler Produktion auf und bezieht Kleinbauern, die heute häufig die ersten Hungersnotopfer im globalen Süden sind, politisch und praktisch mit ein.

Auch in der nördlichen Hemisphäre, so die EvB, zeitigt die Kontrolle der gesamten Wertschöpfungskette durch wenige Konzerne "üble Konsequenzen", wie die immer häufigeren Lebensmittelskandale zeigen. Alarmierend sei auch, dass etwa der Schweizer Detailhandel nicht weiss, aus welchem Saatgut seine Früchte und Gemüse sind. Dieser Mangel an Transparenz erweise sich für Konsumierende wie auch das öffentliche Gesundheitswesen zunehmend als Problem.

Die drei grössten Saatgutfirmen beherrschen heute die Hälfte des Weltmarkts. So stamme zum Beispiel eine von sieben Tomaten vom Basler Agrochemieriesen Syngenta, berichtet die EvB. Durch die auf immer mehr Bereiche ausgedehnte Tätigkeit der Marktführer entstünden lukrative Synergien - beispielsweise zwischen Saatgut und chemischen Pflanzenschutzmitteln. So sei Syngenta, weltweite Nummer 1 der Pestizidproduktion, auch drittwichtigster Saatgutproduzent und besitze zudem zahlreiche Patente auf Nutzpflanzen.

Obwohl 85 Prozent aller Lebensmittel lokal verbraucht werden, übt der Welthandel mit Agrarrohstoffen einen entscheidenden Einfluss auf die Lebensmittelpreise aus. Der UNO-Sonderberichterstatter für das das Recht auf Nahrung, Olivier de Schutter, prangert diese zur Spekulation einladenden Preismechanismen als Hauptursache für die vielerorts grassierenden Hungersnöte und den steigenden Druck auf Kleinbäuerinnen an. De Schutter ruft die Staaten auf, die ungerechten Geschäftspraktiken in diesem besonders heiklen Wirtschaftsbereich besser zu kontrollieren und gegen Spekulantentum vorzugehen.

Die Broschüre Agropoly: Wenige Konzerne beherrschen die weltweite Lebensmittelproduktion kostet 6 Franken und kann bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bestellt werden.

www.evb.ch

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