gizBerlin. - Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat ein halbes Jahr nach ihrer Gründung eine erste Bilanz gezogen. "Die neue GIZ ist heute schon mehr als nur die Zusammenlegung von drei Organisationen", sagte Vorstandssprecher Bernd Eisenblätter am Dienstag in Berlin. "Mit dem Know-How aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickeln wir neue Dienstleistungen, mit denen wir die Bundesregierung noch besser unterstützen können."

Entsprechend dem neuen Gesellschaftszweck verändern sich nach Angaben der GIZ auch der Aktionsradius und die Themenfelder, in denen das Unternehmen tätig ist. Im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen die internationale Zusammenarbeit und die internationale Bildungsarbeit. Für den Hauptauftraggeber, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), werden neue innovative Dienstleistungen entwickelt. "Die Bundesregierung hat die GIZ mit einem erweiterten Mandat ausgestattet – für Kooperationen mit Wirtschaft, Zivilgesellschaft sowie mit Industrie- und Schwellenländern. Hier sehe ich ein echtes Potenzial für die GIZ als Exportschlager", sagte Hans-Jürgen Beerfeltz (FDP), Staatssekretär im BMZ und Aufsichtsratsvorsitzender der GIZ.

Die Integration laufe nach der Zusammenlegung von GTZ, ded und InWEnt zur GIZ planmäßig, so Eisenblätter. Abstimmungsprozesse zum Beispiel seien bereits schlanker. Gleichwohl sei auch klar, dass nach einem halben Jahr noch nicht alle Synergieeffekte gehoben sein könnten. Doch neue Dienstleistungen konkretisierten sich bereits.

Mit dem Themenfeld Bildung und Leadership werde der Unternehmenssitz der GIZ in Bonn gestärkt. Dazu gehörten Angebote zur Vorbereitung für Auslandseinsätze, sowohl für Fachleute aus der Entwicklungszusammenarbeit und internationalen Zusammenarbeit als auch aus der Wirtschaft sowie Angebote für junge Deutsche, die sich im Ausland internationales Know-How aneignen. Auch das gemeinsame Lernen von Führungskräften aus Entwicklungsländern und Industrieländern solle dieses Themenfeld künftig ergänzen.

Das Thema globale Rohstoffpartnerschaften steht nach Angaben der GIZ ebenfalls hoch auf der Agenda: Als ein Beispiel ihrer neuen Dienstleistungen will das Unternehmen Wirtschaft und Partnerländer an einen Tisch bringen, um bei der nachhaltigen und dem Gemeinwohl zuträglichen Nutzung von Rohstoffen zu beraten und dabei die im Kongo, der Mongolei und Afghanistan gemachten Erfahrungen zur Verfügung zu stellen.

Das Geschäftsvolumen (entspricht dem Gesamtumsatz) der drei Vorgängerorganisationen Deutscher Entwicklungsdienst (DED) gGmbH, Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH und InWEnt - Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH betrug 2010 insgesamt rund 1,9 Milliarden Euro (genau: 1, 852 Mrd.). Hauptauftraggeber war das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (68 Prozent: 1,265 Millionen Euro). Zehn Prozent steuerten andere deutsche Bundesministerien bei, darunter vor allem das Auswärtige Amt (71 Mio. €), das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (34 Mio. €) und das Bundesministerium der Verteidigung (19,4 Mio. €).

Rund 15 Prozent der Mittel stammten von ausländischen Regierungen (123 Mio. €) oder internationalen Organisationen wie der EU (75 Mio. €) oder der UN (18 Mio. €). Und acht Prozent (149 Mio. €) gingen auf das Konto von sogenannten Kofinanzierungen, mit denen sich internationale Geber an laufenden Projekten beteiligen, die die Bundesregierung finanziert.

Für die GIZ arbeiten insgesamt 17.292 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Stand 31.12.2010), davon 3221 im Inland, 1821 im Ausland und 12.254 nationale. Zudem sind für die GIZ weitere 3778 Kräfte tätig: 1111 Entwicklungshelfer, 821 weltwärts-Freiwillige und 1846 integrierte, rückkehrende und einheimische Fachkräfte. Dazu nahmen mehr als 52.000 Personen im vergangenen Jahr an praxisbezogenen Fortbildungen der GIZ im In- und Ausland teil.

www.giz.de

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