aktion3wsaarBerlin. - Die "Aktion 3.Welt Saar" (A3WS) hat Hilfsorganisationen aufgefordert, den Appell "Brot statt Böller" einzustellen. "Der Aufruf trägt eine gehörige Portion Lustfeindlichkeit zur Schau und appelliert lediglich an das schlechte Gewissen", sagte Hans Wolf vom Vorstand der "Aktion 3. Welt Saar".

"Auffallend ist, dass die Kritik am Silvesterfeuerwerk ansetzt, wenn 'die breite Masse' Raketen zündet, nicht aber am Feuerwerk 'in den eigenen Reihen', beispielsweise nach Klassik-Open-Air-Konzerten oder in Saarbrücken am Vorabend des Jahrestages der französischen Revolution", sagte Wolf. "Der unterstellte Zusammenhang zwischen dem Silvesterfeuerwerk sowie Hunger und Armut in der Welt ist beliebig gewählt und existiert nicht. Genauso gut könnte man dazu aufrufen, keine Weihnachtsbäume und Bücher zu kaufen oder Fußballspiele ausfallen zu lassen."

Auch der aktuelle Vorschlag, sich an einem "virtuellen Taschenfeuerwerk als App" für das iPhone, iPod oder iPad zu erfreuen, wirke künstlich bemüht und hilflos. "Der Einsatz für Gerechtigkeit und Solidarität führt ins Leere, wenn er mit einer Leidensmiene und dem moralischen Zeigefinger einher geht", so Wolf. Zum Wesen des Menschen gehöre in allen Kulturen das Feiern, der Rausch, die Verausgabung - für manche eben auch die Freude am Feuerwerk. Dies sollte respektiert werden. Dass Menschen hungern, obwohl es genügend Nahrungsmittel gibt, liege an der Verteilung und an der Verwendung von Nahrungsmitteln als Viehfutter. Denn Hunger sei kein Schicksal, sondern werde gemacht.

Um Hunger zu bekämpfen, schlage der Weltagrarbericht eine andere Agrarpolitik vor, so die Aktion 3. Welt Saar. Dazu gehöre die Abkehr von der viel gepriesenen Liberalisierung des Welthandels und von der Vorrangpolitik für Gentechnik. Stattdessen müsse weltweit die bäuerliche Landwirtschaft den Vorzug vor der industriellen Landwirtschaft bekommen. Neuerdings konkurriere der Anbau "nachwachsender Rohstoffe" in den Ländern des Südens für den Bioboom in Europa mit dem Anbau von Nahrungsmitteln. Umgekehrt sorgten subventionierte Agrarexporte aus Europa - vor allem Milch und Fleisch - dafür, dass Märkte in Entwicklungsländern zusammenbrechen, bäuerliche Existenzen vernichtet werden und Menschen verhungern.

www.a3wsaar.de

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