andere_banken_80Berlin. - Nichtstaatliche Organisationen haben eine neues Kampagnen-Bündnis gegründet, das sich gegen unverantwortliche Geschäfte der Geldinstitute wendet. Die Finanzierung von Rüstungsproduktion und Atomkraft sowie die Spekulation mit Nahrungsmitteln und lebenswichtigen Gütern sollen aus dem Portfolio der Banken verschwinden, fordert das Bündnis "Andere Banken braucht das Land!". Mit ihm wollen der Dachverband der Kritischen Aktionäre, Facing Finance, foodwatch, Ohne Rüstung Leben und urgewald "gegen Kriegstreiber, Hungermacher und Zocker" vorgehen und eine klare Regulierung der Finanzindustrie durchsetzen.

"Viele Banken sind für die Finanz- und Staatsschuldenkrise mitverantwortlich", sagte Kampagnen-Koordinator Markus Dufner. "Wir verlangen von den Banken ein neues Geschäftsmodell, in dem Mensch, Umwelt und das Gemeinwohl Priorität vor ehrgeizigen Renditezielen haben. Wir brauchen wieder gewissenhafte Bankiers mit Grundsätzen statt gewissenloser Banker mit Boni-Denken."

"Insbesondere die Deutsche Bank beteiligt sich in vielen Bereichen an ethisch und ökologisch unverantwortlichen Geschäften", erklärten Barbara Happe von der Umwelt- und Menschrechtsorganisation urgewald und Thomas Küchenmeister von Facing Finance. "Trotz ihrer Ankündigung, aus der Finanzierung von Streumunition auszusteigen, vergibt die Deutsche Bank weiter Kredite an Streumunitionshersteller, emittiert Anleihen und hält Anteile an Firmen, die diese menschenverachtenden Produkte herstellen."

Matthias Wolfschmidt, stellvertretender Geschäftsführer der Verbraucherorganisation foodwatch, kritisierte die "ständigen PR-Tricks" der Deutschen Bank. "Die Deutsche Bank muss sich entscheiden: Entweder wird sie ihrem eigenen gesellschaftlichen Anspruch gerecht, dann muss sie die Spekulation mit Agrarrohstoffen beenden. Oder sie agiert weiterhin als Preistreiber für Grundnahrungsmittel und damit als Hungermacher. Es ist unredlich, die Absage an neue neue, börsengehandelte Anlageprodukte auf Basis von Grundnahrungsmitteln als großen Fortschritt zu verkaufen, wenn gleichzeitig die bestehenden Produkte fortgeführt werden und die Hungerkrise in der Welt verschärfen."

Mit der Aktion "Stoppt die Deutsche Bank mit einer Aktie!" will das Bündnis zusammen mit einer großen Zahl von Unterstützern Druck auf das Geldinstitut ausüben und bei der Hauptversammlung am 31. Mai in Frankfurt seinen Forderungen Nachdruck verleihen. "Wir werden eine ungeschönte Bilanz der Ära Ackermann vorlegen und die neue Führung auffordern, aus der Zocker-AG eine Bank mit auch ethisch und ökologisch soliden Fundamenten zu machen", erklärte Dufner. "Es ist allerdings zu befürchten, dass die Neuen - Ko-Vorstandsvorsitzender Anshu Jain und Aufsichtsratsvorsitzender Paul Achleitner - das Investmentbanking noch weiter ausbauen werden."

www.andere-banken.de

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