Berlin. - Das diesjährige Treffen für die deutschsprachigen Ägyptologen - die so genannte Ständige Ägyptologenkonferenz (SÄK) - findet nach über 20 Jahren wieder in Berlin statt. Zwischen dem 13. und 15. Juli werden sich rund 350 Ägyptologen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich versammeln und aktuelle Themen und Forschungsergebnisse diskutieren.

Wie üblich werden innerhalb der Sektion "Studierenden-SÄK" auch die Studenten ihre Probleme austauschen und in die Tagung einbringen können. Stand die letzte Berliner SÄK im Jahre 1991 noch unter dem unmittelbaren Eindruck der politischen Wende und führte Ägyptologen und Studenten dieses Faches aus Ost und West zusammen, so lautet das dezidiert gewählte Thema der SÄK 2012 "Wendepunkte".

Organisatoren sind diesmal alle in Berlin ansässigen ägyptologischen Institutionen, d.h. die Freie Universität (FU) und die Humboldt Universität zu Berlin (HU), das Ägyptische Museum und die Papyrussammlung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SMB-SPK), das Deutsche Archäologische Institut (DAI) und das Akademienvorhaben Altägyptisches Wörterbuch der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW). Ihre Zusammenarbeit zeigt, wie sehr sich nach der Wende und im Laufe der vergangenen 20 Jahre auch der Wissensstandort Berlin verändert hat. Eine Wiedervereinigung ist für die Ägyptologie gelungen und gemeinsame Projekte wie die im gerade verlängerten Exzellenzcluster TOPOI sind beredte Zeugnisse dafür.

Die Jahre 2011 und 2012 zeigten wieder, diesmal in den arabischen Ländern, wie schnell und dramatisch Wenden verlaufen - aber auch wie richtungsoffen sie dennoch bleiben können. Wenden und Wandel prägten auch die vormodernen Gesellschaften. Auf der SÄK sollen nun gerade zu diesem Aspekt aktuelle ägyptologische Forschungen - und zwar im Hinblick auf die gesamte Bandbreite der altägyptischer Kultur und der modernen Wissenschaftsgeschichte - vorgestellt und erörtert werden.

Die namhafte ägyptische Ägyptologin Faiza Heikal, die Grande Dame der Ägyptologie und Professorin an der American University Cairo, wird in ihrem Festvortrag sowohl die weltpolitischen als auch die wissenschaftlichen Strömungen der Auseinandersetzung mit Wenden thematisieren. Die eingeladenen Gäste aus Ägypten - Vertreter des neuen Antikenministeriums und weitere Kollegen - werden sich gemeinsam mit den deutschsprachigen Ägyptologen über die gemeinsame Zukunft des Faches in ihren Ländern austauschen - auch und gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Wende in Ägypten.

www.bbaw.de

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