dsw_100Hannover. - In Afrika südlich der Sahara lebt die jüngste Bevölkerung weltweit: Fast jeder zweite (44 Prozent) ist jünger als 15 Jahre. Deutschland dagegen hat nach China den zweitniedrigsten Anteil an Jugendlichen: Hier ist nur einer von zehn Einwohnern (13 Prozent) unter 15 Jahren alt. Das geht aus dem Datenreport 2012 hervor, den die Stiftung Weltbevölkerung am Donnerstag veröffentlicht hat. Die Publikation liefert neueste Daten zur Bevölkerungsentwicklung für alle Länder der Welt.

Die junge Bevölkerung in Afrika südlich der Sahara trägt zu einem hohen Bevölkerungswachstum bei. Bis zur Mitte des Jahrhunderts werde sich die Bevölkerung dort von heute etwa 900 Millionen auf voraussichtlich rund 2,1 Milliarden Menschen mehr als verdoppeln, so die Stiftung Weltbevölkerung. Vielen Jugendlichen fehle in Afrika das Wissen um wirksame Verhütungsmittel oder sie hätten keine Möglichkeit, diese zu erhalten.

"In Entwicklungsländern haben mehr als 220 Millionen Frauen keinen Zugang zu Familienplanung, obwohl sie eine Schwangerschaft vermeiden wollen", erklärte die Geschäftsführerin der Stiftung Weltbevölkerung, Renate Bähr. "Die Folge: Viele Frauen bekommen mehr Kinder, als sie sich wünschen."

Das hohe Bevölkerungswachstum trage entscheidend zur Armut vieler Menschen in Afrika bei, stellt die Stiftung Weltbevölkerung fest. Je stärker die Bevölkerung zunehme, desto schwerer sei es für die Regierungen, Dienstleistungen wie Schulen und Gesundheitseinrichtungen für alle bereit zu stellen.

"Investitionen in Familienplanung sind für eine nachhaltige Entwicklung entscheidend", betonte Renate Bähr. "Dies haben Regierungsvertreter aus aller Welt auf dem Familienplanungsgipfel Mitte Juli in London mit entsprechenden finanziellen und politischen Zusagen anerkannt. Frauen müssen die Möglichkeit haben, selbst zu entscheiden, wann und wie viele Kinder sie haben möchten. Nun gilt es, dass die Regierungen ihre Zusagen einhalten und Familienplanung auch langfristig einen hohen Stellenwert auf der politischen Agenda einräumen."

Der Datenreport 2012 steht zum Download zur Verfügung unter
www.weltbevoelkerung.de/datenreport

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