medikamente_difaem_150Tübingen. - Malaria ist eine der wichtigsten Todesursachen in der Demokratischen Republik Kongo, vor allem Kinder sind davon betroffen. Besonders entscheidend in der Behandlung sind daher die Qualität und die Wirksamkeit der Medikamente. Das Deutsche Institut für Ärztliche Mission (Difäm) in Tübingen hat jetzt in Zusammenarbeit mit der Zentralapotheke Mission for Essential Drugs and Supplies in Nairobi (Kenia) einen Fall von Medikamentenfälschung aufgedeckt.

Auch heute noch werden Chinin-Tabletten zur Behandlung von Malaria in Afrika eingesetzt. "Wenn die Tabletten wenige oder gar keine Wirkstoffe enthalten, kann ihre Einnahme tödliche Konsequenzen haben", erklärt Albert Petersen, Leiter der Difäm-Arzneimittelhilfe, die sich für Qualitätssicherung und Bereitstellung von Medikamenten einsetzt und den Aufbau entsprechender Qualitätslabore unterstützt. Auch im Missionskrankenhaus Vanga Hospital im Westen der DR Kongo, einem Schwerpunktland des Difäm, behandeln die Mitarbeiter Malaria mit der Gabe von Chinin-Tabletten. Als dieses Mal ein junges Mädchen starb, das mit dem Medikament behandelt worden war, schöpfte der behandelnde Arzt Verdacht.

"Der deutsche Kinderarzt Dr. Friedhelm Förster von der Christusträger-Bruderschaft, der seit Jahren im Vanga Hospital arbeitet, informierte uns sofort über den Todesfall und seinen Verdacht einer Medikamentenfälschung", so Albert Petersen. Daraufhin beauftragte die Difäm-Arzneimittelhilfe die Zentralapotheke Mission for Essential Drugs and Supplies (MEDS) in Nairobi, Kenia, mit der Untersuchung der Medikamente.

Das Ergebnis zeigte nach Difäm-Angaben eine nahezu vollständige Abwesenheit des deklarierten Inhaltstoffes Chinin und die Existenz einer unbekannten Substanz. Die Herstellerfirma wehrte den Vorwurf jedoch ab. Das Etikett und die Verpackung waren denen des Generikaherstellers zwar nachempfunden, doch eine Untersuchung der Chargennummern bestätigte, dass das wirkungslose Präparat tatsächlich eine Fälschung war. Das Medikament wurde kurz darauf offiziell aus den Regalen entfernt.

Laut WHO beläuft sich die Anzahl der gefälschten Medikamente in Afrika mittlerweile auf bis zu 30 Prozent. "Daher sind die Stärkung der pharmazeutischen Strukturen der Regionen, aber auch länderübergreifend, sowie regelmäßige Kontrollen lebensnotwendig", sagt Albert Petersen. In Kürze kommen daher auch zwei neue mobile Labore, sogenannte Minilabs, in der DR Kongo zum Einsatz.

Foto: © Difäm/Leonie Maschke


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