goodfood_100Berlin. - Seit drei Wochen sind in Deutschland, Frankreich, Österreich, Belgien und Holland junge Leute in Bewegung und radeln mit dem "Good Food March" nach Brüssel. Dort wollen sie eine echte und nachhaltige Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) fordern. Am 19. September endet der Good Food March mit einer Demonstration und einer Konferenz in der belgischen Hauptstadt.

Die deutschen Radfahrer sind seit ihrem Start am 25. August in München schon über 900 Kilometer für eine soziale, faire und nachhaltige Landwirtschaft unterwegs. 1200 Menschen aus allen Staaten der EU haben sich zudem mit ihrem Foto und ihrer persönlichen Botschaft an die Abgeordneten des Europa-Parlaments daran beteiligt.

Einige der Forderungen der Teilnehmer lauten: Steuergelder nur für sinnvolle ökologische, soziale und kulturelle Leistungen der Landwirtschaft und nur für Bauern, nicht für die Agrar- und Lebensmittelindustrie; echtes "Greening" durch verbindliche Umweltauflagen für alle Betriebe; kein Dumping in die Dritte Welt, keine Billigimporte für Tierfutter und Agrarsprit und keine Spekulation mit Agrarrohstoffen, die den Hunger fördern; keine Gentechnik auf dem Acker. Last not least: Faire Chancen für junge Bäuerinnen und Bauern und für kleine Familienbetriebe.

Am Mittwoch, 19. September, organisieren die Aktivisten eine Demonstration zu den EU-Institutionen und um 12:30 Uhr den grossen "Good Food Brunch" vor dem Europaparlament, zu dem alle Abgeordneten eingeladen sind. Erwartet werden u.a. Parlamentspräsident Martin Schulz, Agrarkommissar Dacian Ciolos und Slow Food Präsident Carlo Petrini.

Um 15 Uhr wird die Konferenz "Reform der GAP 2020 – Eine Chance für die Demokratie in Europa" eröffnet, die von Slow Food und der europäischen Landwirtschafts- Plattform "ARC 2020" organisiert wird, in der sich 180 Organisationen der Zivilgesellschaft aus allen Mitgliedsstaaten zusammengefunden haben. Die Berichterstatter des Agrarausschusses und anderer befasster Ausschüsse, die gerade eine Flut von über 8000 Änderungsanträgen zu den Vorschlägen der EU Kommission zu bändigen versuchen, werden hier Rede und Antwort stehen.

Dabei werden sie nicht nur mit den Fragen der Anwesenden konfrontiert, sondern bekommen auch ein Fotoalbum mit den Gesichtern und Forderungen der ersten eintausend Bürgerinnen und Bürger der EU überreicht, die auf dem Good Food March gesammelt wurden. Diese Sammlung, die auch online zur Verfügung steht, ist ein Beweis für die Vielfalt und Vitalität einer neuen europäischen Bewegung für gutes Essen und ehrliche, nachhaltige und bäuerliche Landwirtschaft.

"Wenn der letzte Schutzschirm zerfetzt und der letzte Euro verzockt ist, werdet ihr nicht nur merken, dass man Geld nicht essen kann", meint Regine Holloh, eine der Organisatorinnen des Marsches, die am 25. August in München losgeradelt ist, "ihr werdet hoffentlich auch merken, wie viele Junge und Alte sich längst aufgemacht haben, ein ökologisches, solidarisches, vielfältiges und demokratischeres Europa aufzubauen, das seine Bürger gut ernährt, alle Kreaturen respektiert und anderen Regionen dieser Welt ein fairer Partner sein will. Wir dürfen jetzt die Chance nicht verspielen, Europas Landwirtschaft und Ernährung zukunftsfähig und krisenfest zu machen!"

www.goodfoodmarch.eu

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