Schulkinder in NigerBerlin (epo). - In vielen Ländern der Welt ist es noch immer ein Privileg, die Schule besuchen zu dürfen. Daran hat Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul anlässlich des Weltalphabetisierungstages am 8. September erinnert. Während in Lateinamerika das Millenniums-Entwicklungsziel, bis 2015 allen Kindern eine Grundschulbildung zukommen zu lassen mit 97 Prozent fast erreicht sei, bleibe in anderen Erdteilen noch viel zu tun. "Weltweit haben immer noch 121 Millionen Kinder keine Möglichkeit, eine Grundschule zu besuchen", sagte die Ministerin.

In den Ländern südlich der Sahara geht nach Angaben des Entwicklungsministeriums (BMZ) jedes fünfte Kind nicht zur Schule. Die meisten davon seien Mädchen, so Wieczorek-Zeul. Die Verwirklichung der allgemeinen Primarschulbildung sei eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass Armut und Hunger erfolgreich bekämpft werden können. "Eine umfassende Grundbildung ermöglicht erst, dass Menschen ihre Potenziale auch nutzen können und damit in der Globalisierung nicht an den Rand gedrängt werden."

Die Staatengemeinschaft hat in den Millenniums-Entwicklungszielen das Recht auf Grundbildung festgeschrieben. Bis zum Jahr 2015 sollen alle Kinder weltweit, Jungen wie Mädchen, Zugang zu einer guten Grundschulbildung haben. Das Entwicklungsministerium verdoppelt nach eigenen Angaben dafür zwischen 2002 und 2007 die jährliche Zusagen für bilaterale Grundbildungszusammenarbeit auf 120 Mio. Euro. Grundbildung ist Schwerpunkt der bilateralen Zusammenarbeit mit Mosambik, Malawi, Guinea, Jemen, Afghanistan, Pakistan, Tadschikistan und Honduras.

Koranschule in Niger. Foto: DED
Koranschule in Niger. Fotos: ? Dominique Thaly (DED)

Im Bereich der multilateralen Hilfe unterstützt Deutschland die "Education for All - Fast-Track Initiative" der Weltbank, die helfen soll, tragfähige und realistische Grundbildungspolitik in Entwicklungsländern mit ausreichenden Ressourcen auszustatten. Als drittgrößter Anteilseigner der Weltbank habe Deutschland die "Fast Track Initiative" entwicklungspolitisch entscheidend mitgestaltet. Das BMZ trage auch über flankierende bilaterale Entwicklungszusammenarbeit zu ihrem Gelingen bei.

Der jährliche Weltbildungstag (engl. World Literacy Day) wurde von der UNESCO im Anschluss an die Weltkonferenz zur Beseitigung des Analphabetentums im September 1965 in Teheran ins Leben gerufen.

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