ablBerlin. - Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) fordert von den Entscheidungsgremien der EU einen Erhalt der Zuckermarktordnung auch über die derzeit diskutierten Fristen von 2017 oder 2020 hinaus. Die mit der Marktordnung verbundene Mengenbegrenzung mit garantierten Mindestpreisen für die Rübenanbauer diene der Sicherung einer heimischen Zuckerversorgung, sei wegen des Außenschutzes vor Importen aus Ländern mit niedrigen Sozial- und Umweltstandards aber auch ein Instrument für den gesteuerten Import von öko-sozial fairem Zucker gerade aus den ärmsten Ländern.

Die Ankündigung des Endes der Zuckermarktordnung durch die EU-Kommission führt die AbL vor allem auf den Lobbydruck der zuckerverarbeitenden Konzerne der Süßwaren- und Getränkeindustrie zurück. Während die meisten Rübenbauern große Zukunftssorgen hätten, gebe es auch Vertreter von Zuckerfabriken, die auf billige Rüben für Weltmarkt-Exporte setzten und sich Chancen durch den Einsatz von Billig-Rüben bei der Biogas- und Bioethanol-Erzeugung ausrechneten. Die Zuckerfabriken-Konzerne lösten sich derweil allmählich vom heimischen Rübenzucker – mit der Verarbeitung von Rohrzucker (auch in Brasilien) und Glucose-Sirup aus der Stärkeindustrie.

In vielen Zucker-Aktiengesellschaften schwindet nach Einschätzung der AbL zudem der Einfluss der rübenanbauenden Landwirte zugunsten eines abgehobenen Managements und von nur noch dividenden-orientierten Aktionären ohne Rübenanbau. In den letzten Jahren hätten die Rübenbauern nur mit massiven Protesten ihren gerechten Anteil an den hohen Gewinnen der Zuckerkonzerne durchsetzen können. Vielen Rübenbauern stelle sich zudem die Frage, wem denn  - nach Ende der staatlichen Quote – die Zuckerkonzern-Manager noch wie viel Rübenanlieferungs-Rechte zuteilen werden.

Viele Bauern forderten deshalb eine konsequentere Vertretung der Bauern-Interessen gegenüber den Zuckerfabriken - durch fabrik-unabhängigere und konzernübergreifende Rübenanbauer-Verbände. Eine ähnliche Strategie einer bäuerlichen Interessenvertretung gegenüber der "abnehmenden Hand" durch Mengenregulierung verfolgten auch der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter und andere europäische Bauernorganisationen.        

http://www.abl-ev.de

 


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