g8Berlin. - Das Kinderhilfswerk World Vision hat an die G8 Führer appelliert, die sich ab Montag im nordirischen Enniskillen treffen, alles Menschen mögliche zu unternehmen, damit der Konflikt in Syrien beendet wird. Bei dem Gipfel seien einige der mächtigsten Regierungsvertreter der Welt versammelt. Sie müssten eine weitere Militarisierung des Konflikts verhindern.

"Die G8-Führer dürfen das Leid der syrischen Kinder nicht länger ignorieren und müssen dafür sorgen, dass sofort ein Waffenstillstand hergestellt wird", sagte Ekkehard Forberg, Experte für Friedensförderung bei World Vision Deutschland. "Wir brauchen darüber hinaus dringend großzügige humanitäre Hilfen für die Flüchtlinge in den Gastländern und Syrien." Syrien ist eines der Hauptthemen des G8 Gipfels in Nordirland.

World Vision Mitarbeiter berichteten von unvorstellbaren Gräueltaten an syrischen Kindern. "Kinder werden weiterhin gezielt getötet, gefoltert und gezwungen, zu kämpfen oder vor den Kämpfen zu fliehen", erklärte Conni Lenneberg, World Vision Regionaldirektorin im Nahen Osten. "Das muss sofort aufhören!" World Vision bittet eindringlich alle Parteien, die Feindseligkeiten sofort einzustellen und alles für die Erreichung einer friedlichen Lösung zu tun. "Bereits ein Drittel der syrischen Bevölkerung hat ihre Lebensgrundlagen verloren. Hört auf, Benzin aufs Feuer zu gießen!", so Lenneberg.

Laut jüngsten UN-Angaben sind bereits mehr als 90.000 Menschen in Syrien getötet worden, viele von ihnen waren Kinder. Gemeinsam mit den Vereinten Nationen bittet World Vision darum, dass die geforderten vier Milliarden Dollar für humanitäre Hilfe schnellstens zur Verfügung gestellt werden.

"Wir reden täglich mit den Kindern und hören ihre schrecklichen Geschichten", beklagte Lenneberg. "Viele Kinder haben Freunde und Verwandte verloren, keine Heimat mehr und Angst, zur Schule zu gehen. Ich traf eine Großmutter, die mit ihren vier Enkelkindern im Alter von 2 bis 12 und ihrem Mann, der an Demenz leidet, in den Libanon geflohen ist. Ihr ältester Enkel und die Mutter der Kinder wurde getötet. Wo der Vater ist, weiß sie nicht. Eltern sagen uns, dass ihre Kinder in der Nacht oft wach liegen und bei jedem Geräusch immer wieder schreiend aus dem Schlaf aufwachen."

World Vision appelliert an alle Konfliktparteien, ohne Vorbedingungen über eine friedliche Lösung des Konflikts zu verhandeln. Das unsägliche Leid der Menschen und insbesondere der Kinder müsse ein starkes Argument sein, um endlich mit Verhandlungen zu beginnen. Die Sicherheit der Zivilbevölkerung müsse gewährleistet werden.

Die Kinderhilfsorganisation fordert zudem, allen Hilfsorganisationen sicheren Zugang für humanitäre Hilfe zu gewähren. "Kriege sind Ausdruck der Sprachlosigkeit", so Forberg. "Gelder, die für dringend benötigte humanitäre Hilfen benötigt werden, dürfen nicht für noch mehr Waffen ausgegeben werden."

Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) war am Sonntag zu einem Besuch in das Flüchtlingslager Nizip nahe der türkisch-syrischen Grenze gereist, um sich vor Ort ein eigenes Bild von der Situation der syrischen Flüchtlinge zu machen. "Gerade erst haben die Vereinten Nationen den größten Nothilfe-Aufruf der UN-Geschichte gestartet", sagte Niebel. "Die aktuelle Flüchtlingskrise hat ein Ausmaß erreicht, das wir uns alle nicht haben vorstellen können. Dabei sehen wir auch hier, in Nizip, deutlich: Die Opfer dieser Massenflucht sind vor allem Frauen und Kinder. Ihre Lage steht im Mittelpunkt unserer Gespräche vor Ort. Wir werden unsere Unterstützung noch einmal verstärken und zusätzliche Mittel in Höhe von 25 Millionen Euro bereitstellen, mit denen wir die Situation der Flüchtlinge verbessern wollen."

G8 Gipfel Lough Erne
www.worldvision.de

 


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