aklhüBonn. - Mit einem Festakt im alten Bonner Wasserwerk würdigen der Arbeitskreis "Lernen und Helfen in Übersee" und das Entwicklungsministerium am Freitag die Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer für ihren engagierten Einsatz. Ende Juni 1963, vor 50 Jahren, war der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) gegründet worden. Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) steht nun in der Kritik, die Idee des solidarischen Lernens und Helfens zu Tode fusioniert zu haben.

Seit 1963 waren laut BMZ rund 28.000 Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer - entsandt von sieben staatlich anerkannten Entwicklungsdiensten - in über 100 Ländern tätig. "Partnerschaft von Mensch zu Mensch auf Augenhöhe ist die Maxime, die den Einsatz von Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfern am besten beschreibt. Die Entwicklungshelferinnen und -helfer leisteten im Laufe ihrer Geschichte einen herausragenden Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen in den Partnerländern und haben mit ihren Erfahrungen auch die bundesdeutsche Gesellschaft bereichert. Entwicklungshelfer bleiben auch künftig ein wichtiger Bestandteil der deutschen Entwicklungszusammenarbeit", sagte Entwicklungsminister Niebel.

"Die Würdigung der Arbeit der Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer ist ein wichtiges Anliegen des Arbeitskreises Lernen und Helfen in Übersee", betonte Susanne Nonnen, Vorstandsvorsitzende des Arbeitskreises "Lernen und Helfen in Übersee". "Seit 50 Jahren begleitet der AKLHÜ bereits die Anliegen aller Entwicklungshelfer und Entwicklungshelferinnen und setzt sich für die Weiterentwicklung des Entwicklungsdienstes ein. Entwicklungshelfer und Entwicklungshelferinnen unterstützen gemeinsam mit den Partnern vor Ort Menschen in den Bemühen um ein menschenwürdiges Leben. Das ist der auf das globale Gemeinwohl abzielende Aspekt des 'solidarischen Dienstes', der auch zukünftig eine zentrale Rolle spielen wird."

"Ich freue mich, dass wir heute an historischem Ort die besonderen Leistungen der Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit in den letzten 50 Jahren angemessen würdigen", unterstrich Cornelia Richter, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Und weiter: "Ein Blick auf diese Erfolgsgeschichte ist auch für mich Motivation, das Zukunftsmodel der Entsendung von Entwicklungshelfern für die nächsten Jahre aktiv mitzugestalten."

Nach der Fusion von DED, GTZ und InWEnt  im Januar 2011 erfolgt die Entsendung von Entwicklungshelfern im staatlichen Bereich durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Neben der GIZ entsenden auch sechs private staatlich anerkannte Entwicklungsdienste Entwicklungshelferinnen und -helfer in Entwicklungsländer: Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe e. V. (AGEH), Brot für die Welt/Dienste in Übersee, Christliche Fachkräfte International e.V. (CFI), EIRENE - Internationaler Christlicher Friedensdienst e.V., Forum Ziviler Friedensdienst e.V. (forumZFD) und Weltfriedensdienst e.V. (WFD).

Ehemalige Entwicklungshelferinnen und -helfer kritisieren, Niebel habe mit der Fusion von DED, InWEnt und GTZ zur Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) der "massiv betriebenen Kommerzialisierung der deutschen Entwicklungspolitik" Vorschub geleistet. Im Mai versammelten sich mehr als 750 ehemalige Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer am Werbellinsee und feierten das 50jährige Gründungsjahr "ihres" DED - obwohl es diesen seit zweieinhalb Jahren nicht mehr gibt. Sie rufen dazu auf, einen neuen staatlichen Entwicklungsdienst zu gründen.

www.entwicklungsdienst.de

 


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