eosdBerlin. - Ab Dienstag (20. August) sind die Ressourcen, zu deren Erneuerung die Erde ein ganzes Jahr braucht, erschöpft. Anlässlich dieses globalen "Erdüberlastungstages" (Earth Overshoot Day) prangern Aktivisten von INKOTA, der BUNDjugend und FairBindung den übermäßigen Ressourcenverbrauch Deutschlands an und fordern ein Umdenken hin zu einer ressourcen- und klimaschonenden Wirtschaftsweise.

"Im Prinzip leben wir ab heute auf Pump, weil die nachwachsenden Ressourcen der Erde nicht mehr zu Verfügung stehen", erklärt INKOTA-Referentin Christine Pohl. "Deshalb müssten wir eigentlich ökologische Insolvenz anmelden und uns Ressourcen leihen. Aber woher sollen die kommen?"

Am Erdüberlastungstag sind die gesamten natürlichen und erneuerbaren Ressourcen wie Wasser, Brennmaterial, Bauholz und Getreide für das jeweilige Jahr aufgebraucht. Die Folgen des übermäßigen Ressourcenverbrauchs, so die NGOs, sind schrumpfende Wälder, Biodiversitätsverlust, überfischte Meere, Lebensmittelkrisen, Landübernutzung und die Überlastung der Erde mit Abfällen und Emissionen. Da Treibhausgase schneller emittiert werden, als sie von Wäldern und Ozeanen absorbiert werden können, sei der Klimawandel eine der spürbarsten Auswirkungen der ökologischen Überlastung.

"Wir haben nur eine Erde und wir betreiben Raubbau an den Ressourcen unserer Kinder und zukünftiger Generationen", sagt Robert Fisher von der BUNDjugend Berlin. "Endloses Wachstum kann nicht funktionieren, wir brauchen eine Wende hin zu nachhaltigem Konsum und Wirtschaften."

"Eine ökologische Wirtschaftswende ist machbar und gewünscht, deshalb arbeiten deutschlandweit bereits immer mehr lokale Projekte und Initiativen im Kleinen daran. Die Politik muss dem Rechnung tragen und die richtigen Rahmenbedingungen setzen", ergänzt Christiane Wegener von FairBindung.

Das Global Footprint Network berechnet jedes Jahr den Ökologischen Fußabdruck der Menschheit, das heißt den Bedarf an Acker- und Weideland, Wäldern und Fisch sowie den Platzbedarf für Infrastruktur. Dieser wird der weltweiten biologischen Kapazität gegenübergestellt, also dem Vermögen der Ökosysteme, Ressourcen aufzubauen und Müll aufzunehmen.

Deutscher Footprint. Quelle: www.footprintnetwork.org

Nach diesen Berechnungen bräuchte die Menschheit mittlerweile rund 1,5 Erden, um ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Würden alle so leben wie die Deutschen, würden 2,6 Planeten benötigt. Um den gesamten Ressourcenverbrauch Deutschlands zu decken, verbrauchen die Deutschen fast zweieinhalb Mal die Fläche Deutschlands im Jahr.

Foto/Schaubild © NASA, foodprintnetwork.org


www.footprintnetwork.org
www.inkota.de

 


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