Weltwirtschaft

USA SiegelWashington (epo). - 12,7 Prozent der US-Bürger sind arm. Die Armutsrate im reichsten Land der Welt sei im vierten Jahr hintereinander gestiegen, teilte das US-Büro für Volkszählung in Washington mit. Insgesamt leben 37 Millionen Menschen in den USA in Armut, 1,1 Millionen mehr als im vergangenen Jahr. Die Zahl der Menschen ohne Krankenversicherung ist nach Angaben des US Census Bureau von 45 auf 45,8 Millionen angestiegen.

Weltsozialbericht 2005New York (epo). - Trotz eines dynamischen Wachstums und eines verbesserten Lebensstandards in einigen Teilen der Welt, etwa in Ostasien, bleibt die Armut in der Mehrzahl der Länder fest verwurzelt und die Ungleichheit wächst. Darauf weist der Weltsozialbericht 2005 der Vereinten Nationen hin, der jetzt unter dem Titel "The Inequality Predicament" in New York veröffentlicht wurde. Der Bericht beleuchtet die Kluft zwischen der formellen und der informellen Wirtschaft, die wachsende Ungleichheit zwischen qualifizierten und unqualifizierten Arbeitskräften und die zunehmenden Unterschiede in Gesundheitsversorgung, Bildung, und Möglichkeiten der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Mitwirkung.

Wieczorek-ZeulBerlin (epo). - Die deutsche Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul hat die Mitgliedsländer der Welthandelsorganisation WTO aufgefordert, sich endlich auf ergebnisorientierte Verhandlungen zu konzentrieren. Vor allem die Industriestaaten müssten Zugeständnisse machen und damit zeigen, dass sie es mit der Bekämpfung der Armut ernst meinen, sagte die Ministerin in Berlin.

Attac-Proteste in Genf. Foto: AttacGenf (epo). - Das globalisierungskritische Netzwerk Attac sieht es als "gutes Zeichen", dass die Verhandlungen des allgemeinen Rats der Welthandelsorganisation (WTO) ohne Ergebnis zu Ende gegangen sind. Damit sei eine weitere Verschärfung der WTO-Abkommen zunächst verhindert worden. "Die Strategie der EU, Scheinkompromisse ohne wirkliche Zugeständnisse anzubieten, geht offensichtlich nicht auf", sagte Alexis Passadakis, Handelsexperte der Attac-WTO-AG, in Genf. "Es ist gut, dass sich die Länder des Südens zur Wehr setzen."

G8 GleneaglesGleneagles (epo). - In Gleneagles (Schottland) haben die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen und Russlands ihre Beratungen auf dem diesjährigen Weltwirtschaftsgipfel begonnen. Neben globalen Wirtschaftsfragen stehen Entwicklungshilfe und Klimawandel auf der Tagesordnung. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso kündigte zum Auftakt die Bereitstellung von jährlich einer Milliarde Euro zur Förderung der Handelstätigkeit der Entwicklungsländer an. Die Afrikanische Union (AU) erhofft sich von dem Gipfel vor allem Fortschritte bei der Öffnung der westlichen Agrarmärkte. Der Abbau der Agrarsubventionen und die Aufstockung der Entwicklungshilfe könnten für die armen Länder aber mit einem Pferdefuß verbunden sein.

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