Schuldenkrise

Berlin/Düsseldorf (epo). - Anlässlich des Staatsbesuchs des nigerianischen Präsidenten Olusegun Obasanjo in Berlin hat das deutsche Entschuldungsbündnis "Entwicklung braucht Entschuldung" von der Bundesregierung gefordert, sich im "Pariser Club" der wichtigsten Gläubigerregierungen für einen Schuldenerlass für das afrikanische Land einzusetzen. "Ein Schuldenerlass wäre ein großer Erfolg für die demokratische und reform-entschlossene Regierung", sagte Susanne Luithlen, Geschäftsführerin des Bündnisses.

Düsseldorf (epo). - Während der britische Schatzkanzler Gordon Brown beim G7-Finanzministertreffen in London für seinen konkreten Vorschlag zur Entschuldung der armen Länder werbe, bleibe sein deutscher Kollege Hans Eichel "lieber im Unklaren", kritisiert das deutsche Entschuldungsbündnis erlassjahr.de. "Obwohl die Bundesregierung durch Koalitionsvertrag und Beschlüsse des Bundestages verpflichtet ist, sich für eine Reform des internationalen Schuldenmanagements im Sinne eines Insolvenzrechts für Staaten einzusetzen, gibt sie sich weiter zögerlich", erklärte das Bündnis.

Bonn (epo). - Der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) hat das Treffen des "Pariser Clubs" der Gläubigerländer am Samstag in Paris begrüßt. Der Club beschliesst über Schuldenerlasse für die vom südasiatischen Seebeben betroffenen Länder. Dies sei "ein willkommener Schritt, um mit makro-ökonomischen Mitteln den Wiederaufbau zu unterstützen", so der EED.

suedwindSiegburg (epo). - Das SÜDWIND-Institut fordert einen Schuldenerlass für Indonesien und Sri Lanka. Das vom Pariser Club beschlossene Schuldenmoratorium könne nur einen Sinn haben, "wenn es als Atempause für eine tiefgreifende Lösung genutzt wird", erklärte das Institut in Siegburg.

Düsseldorf (epo). - Indonesien braucht mehr als das von Bundeskanzler Schröder angekündigte Schuldenmoratorium. Diese Auffassung vertrat die Entschuldungsinitiative erlassjahr.de angesichts der Tsunami-Katastrophe in Südostasien. Indonesien sei arm und gebe rund 30 Prozent seiner jährlichen Exporteinnahmen für den Schuldendienst an seine ausländischen Gläubiger aus. Die Hälfte davon werde gegenüber den Internationalen Finanzinstitutionen fällig und somit durch das von Schröder vorgeschlagene Moratorium nicht berührt.

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