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Podium 2: Sankara Reloaded!? Welchen Stellenwert hat das „Erbe Sankaras“ im aktuellen Prozess?
Friday, 16. October 2015, 14:10 - 16:00
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Inwiefern hat Thomas Sankara in der Protestbewegung eine Rolle gespielt? Worin besteht seine Anziehungskraft? Ist er eine reine Pop Figur oder worin besteht das Erbe, das er der Jugend Burkina Fasos hinterlassen hat und aus dem sie sich inspiriert? Worin bestanden die Kernelemente seiner Vision und Politik, welche auch heute noch aktuell sind? Wie ist dieses Erbe in der aktuellen Situation von konstruktivem Nutzen bzw. kann es dies noch werden? Inwiefern sind die Aktionen der Zivilgesellschaft und der Übergangsregierung heute von Sankara inspiriert, was würde eine tatsächlich sankaristische Politik für die einzelnen politischen Themenfelder (Ernährungssouveränität, tatsächliche Unabhängigkeit von ausländischen Mächten, nationale und regionale Wirtschaftspolitik, etc.) aktuell bedeuten? Wurden schon radikale Richtungsänderungen im sankaristischen Sinne auf den Weg gebracht bzw. gibt es konkrete solche Pläne? 

Burkina Faso ist mit den Ereignissen Ende Oktober 2014 ins Licht der Weltöffentlichkeit gerückt – doch dies nicht zum ersten Mal. Vor allem in den 1980er Jahren stand das damalige Obervolta im Fokus, als Thomas Sankara als junger Präsident auf den Plan trat und binnen vier Jahren eine Revolution anstieß, bei der die Bekämpfung von Fremdherrschaft und Korruption, die Förderung von Gesundheit, Umwelt, Frauenrechten, internationaler Solidarität und die Ausbildung eines burkinischen, ja eines afrikanischen Bürgersinns ganz oben auf der Agenda standen. Mit seinem politischen Programm machte sich Thomas Sankara auf dem internationalen Parkett jedoch nicht nur Freunde und wurde am 15. Oktober 1987 in einem internationalen Komplott unter Beteiligung von Blaise Compaoré, der damaligen Nummer zwei im Land, ermordet. Kurz vor seinem Tod sagte Sankara „Man kann keine Ideen töten, die Ideen sterben nicht.“ Ein fast prophetischer Satz, denn obwohl die meisten größtenteils jungen Aufständischen von 2014 in ihrem Leben nur Blaise Compaoré als Präsidenten kannten, war und ist Thomas Sankara in Burkina Faso und weit über die Landesgrenzen hinaus bis heute bekannt und beliebt.

(Wo) weist Sankaras Ideologie Defizite auf, die in der aktuellen Situation bearbeitet oder behoben werden müssen? Was lief in den 1980er Jahren unter Sankara nicht so gut und müsste heute anders umgesetzt werden? Wo verläuft die Grenze zwischen Sankaras Visionen und der Realität in Burkina Faso und ganz Afrika? Wo muss das geistige Erbe Sankaras weitergedacht und –entwickelt werden?

 

Mit: 

Sams’K Le Jah: Der Aktivist und Reggaemusiker verdankt seine Bekanntheit vor allem seiner äußerst kritischen Reggae-Radiosendung, die er bei Ouaga FM über Jahre moderiert hat und die 2011 aus politischen Gründen eingestellt wurde. Ebenfalls ein Erbe Thomas Sankaras, ist Sams’K selbst für die burkinische Jugend ein ideologisches Vorbild geworden.

Bruno Jaffré ist ein französischer Forschungsingenieur und Schriftsteller. Sein Interesse für Thomas Sankara besteht bereits seit den 1980er Jahren, als er unter der Revolution einige Jahre in Burkina Faso gearbeitet hat. Jaffré hat 1997 eine Sankara-Biographie publiziert und ist maßgeblich am Aufbau und Betrieb der Webseite www.thomassankara.net beteiligt. Zudem ist er Dreh- und Angelpunkt der Initiative „Gerechtigkeit für Afrika Gerechtigkeit für Sankara“.

David Gakunzi war lange Zeit internationaler Funktionär und arbeitet und lebt heute als Journalist und Schriftsteller in Paris. Der Panafrikanist und Friedensaktivist hat etliche afrikanische Persönlichkeiten, unter ihnen Thomas Sankara, getroffen und porträtiert. Gakunzi war maßgeblicher Initiator des Internationalen Martin-Luther-King-Zentrums in Kigali (Ruanda), der Karawane für den Frieden in Afrika, der Afrikanischen Friedensuniversität etc. und leitet das Paris Global Forum.

Aziz Salmone Fall lehrt Politik, Anthropologie und Internationale Beziehungen an der McGill-Universität und der Universität von Québec. Der Politikwissenschaftler und Panafrikanist ist Mitbegründer von GRILA (Forschungs- und Aktionsgruppe zur Befreiung Afrikas) und leitet gemeinsam mit einem Kollektiv aus 21 Anwälten und Persönlichkeiten die erste internationale afrikanische Kampagne gegen Straflosigkeit, die Kampagne zur Aufklärung der Ermordung von Thomas Sankara. 

Hamado Dipama, ehemaliger Student der Wirtschaftswissenschaften, musste 2001 als politisch Verfolgter Aktivist aus Burkina Faso flüchten. Er lebt heute in München, wo er sich als Sprecher des bayerischen Flüchtlingsrates und gewähltes Mitglied des Ausländerbeirates vor allem für Flüchtlinge und gegen Alltagsrassismus engagiert. Mit dem Arbeitskreis Panafrikanismus organisiert er unter anderem einen alle zwei Jahre stattfindenden vielbeachteten Panafrikanismus-Kongress. 

Location Roter Salon - Volksbühne Berlin Rosa-Luxemburg-Platz 10178 Berlin
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