bäuerin äthiopien gender report Foto: Petterik Wiggers/IWMIBerlin. - Die internationale Lobbyorganisation ONE und die Weltbank haben anlässlich des vom 20. bis 27. Juni stattfindenden Treffens der afrikanischen Staats- und Regierungschefs zur Stärkung der Landwirtschaft ihren gemeinsamen Bericht "Den Boden bereiten für Afrikas Frauen – Bessere Chancen in der Landwirtschaft" vorgestellt. In dem Bericht wird analysiert, welche länderspezifischen Faktoren die Ungleichheit der Frauen in der afrikanischen Landwirtschaft verstärken. Die Autoren drängen auf einen entsprechenden Politikwandel.

Laut Weltbank und ONE kann die Landwirtschaft in den afrikanischen Ländern Wachstumsimpulse geben, die Armut reduzieren und das Leben von Millionen Menschen verbessern. Ein breiter und sich durch den gesamten Sektor ziehender Produktivitätsunterschied zwischen den Geschlechtern sei allerdings ein großes Hemmnis für die landwirtschaftliche Entwicklung und das allgemeine Wachstum. Frauen in der Landwirtschaft seien mit zahlreichen wirtschaftlichen, kulturellen und institutionellen Nachteilen konfrontiert und könnten angeblich nicht so ertragreich arbeiten wie die männlichen Landwirte, so ONE.

Frauen stellen die Hälfte der Arbeitskräfte der afrikanischen Landwirtschaft. Trotzdem produzieren sie laut ONE und Weltbank im Durchschnitt weniger pro Fläche als Männer. Dies wirke sich auf das Einkommen von Frauen, die Verfügbarkeit von Lebensmitteln sowie die Aussichten für das Wirtschaftswachstum in ihren Regionen aus.

Bisher gebe es nur begrenzte Daten, die den Umfang und die Ursachen dieser Ungleichheit zwischen den Geschlechtern belegen, so ONE. Der neue Bericht wolle dies ändern. Auf der Grundlage neuer Daten beschreibt er länderspezifische Ursachen für die Geschlechterungleichheit in der landwirtschaftlichen Produktion in den sechs afrikanischen Ländern Äthiopien, Malawi, Niger, Nigeria, Tansania und Uganda.

Ursachen für die Ungleichheit seien unter anderem Hürden bei der Kreditvergabe, der eher niedrigere Bildungsstand von Frauen und der mangelnde Zugang zu Ackerland durch benachteiligende Landrechte.

2014 ist das Jahr für Landwirtschaft und Ernährungssicherheit der Afrikanischen Union (AU). Vom 20. bis 27. Juni treffen sich die afrikanischen Staats- und Regierungschefs in Malabo (Äquatorial-Guinea), um sich auf neue Zusagen für eine effektivere Landwirtschaft zu einigen. Weltbank und ONE fordern, dass afrikanische Regierungen dabei die Stärkung der Bäuerinnen angehen und hoffen, dass die Ergebnisse des Berichts Geber dazu anregen, afrikanische Partner zu unterstützen.

Foto © ONE/World Bank

> Kurzversion des Berichts in Deutsch und der Gesamtbericht in Englisch.

Quellen: www.one.org/de | worldbank.org


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