newclimateeconomyBerlin. - Die Globale Kommission für für Klima und Wirtschaft hat am Dienstag den "New Climate Economy Report" vorgestellt. Für Germanwatch und Brot für die Welt ist der Bericht ein "klares Signal für eine Investitionsoffensive in grüne Infrastruktur". Er liefere starke Argumente für mehr Investitionen in Energieeffizienz, aber auch für einen Ausstiegsplan aus der Kohleverstromung und sei damit ein Weckruf für die Bundesregierung, betonten die Organisationen am Dienstag in Berlin. Der New Climate Economy Report zeigt nach Darstellung von Germanwatch und Brot für die Welt "überzeugend auf, dass entschiedener Klimaschutz wichtige Impulse für Wirtschaft und Arbeitsplätze schaffen würde".

"Der Bericht belegt, dass Klimaschutz nicht nur aus ökologischer und entwicklungspolitischer, sondern auch aus ökonomischer Sicht vernünftig ist. Ohnehin ist zu erwarten, dass die Kosten für klimabedingte Schäden und Verluste nicht mehr kalkulierbar sind, wenn wir nicht schnell umsteuern", sagte Sabine Minninger, Klimaexpertin bei Brot für die Welt. Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch, erklärte: "Kluge Investitionen können den Klimaschutz voranbringen und Millionen Arbeitsplätze schaffen. Genau das braucht derzeit auch die EU. Damit die 90 Billionen Dollar, die in den kommenden 15 Jahren weltweit in die Infrastruktur fließen, richtig investiert werden, müssen weltweit die Regierungen jetzt die politischen Weichen stellen. Dazu brauchen wir auf globaler Ebene ein ambitioniertes Klimaabkommen, auf EU-Ebene ehrgeizige Klimaziele für 2030 und auf nationaler Ebene neue Maßnahmen, damit die Energiewendeziele auch erreicht werden."

Sabine Minninger weiter: "Im Jahr seiner G7-Präsidentschaft hat Deutschland eine besondere Verantwortung für die vom Klimawandel besonders betroffenen Bevölkerungsgruppen im globalen Süden und weltweit. Der Bericht zeigt nun eindrucksvoll, dass Klimaschutz auch der Wirtschaft nutzt. Die alte Ausrede einiger Wirtschaftsverbände, ambitionierter Klimaschutz hemme das Wachstum, gilt nicht mehr. Um einen Klima-Innovationsschub auszulösen, muss die Bundesregierung handeln, die schmutzige Kohleverstromung zurückfahren und die Energieeffizienz der Gebäude und  der Wirtschaft in Deutschland verbessern.“

STARKE ARGUMENTE FÜR EINSTIEG IN DEN KOHLEAUSSTIEG

Die Autoren des Berichtes warnen davor, weiterhin in Kohleverstromung zu investieren und empfehlen für Industrieländer den völligen Verzicht auf den Neubau von Kohlekraftwerken. Damit nur noch in saubere Energiequellen investiert wird, fordern die Autoren aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft klare und verlässliche Preissignale - Anforderungen, die der europäische Emissionshandel derzeit nicht erfülle.

"Die CO2-Zertifikatspreise bleiben noch auf Jahre viel zu niedrig. Deutschland droht sein CO2-Reduktionsziel für 2020 krachend zu verfehlen, wenn wir jetzt nicht gegensteuern", so Christoph Bals. "Dafür gibt es drei Optionen: ein Preissignal durch eine schnelle Reparatur des Emissionshandels oder eine CO2-Besteuerung oder Emissionsstandards für die Kohle auf Bundesebene.“

New Climate Economy Report: www.newclimateeconomy.report
www.germanwatch.org  | www.brot-fuer-die-welt.de


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