diakonieBerlin. - Im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika hat die Diakonie Katastrophenhilfe die Bundesregierung am Freitag dringend dazu aufgerufen, wesentlich mehr gegen die Ausbreitung der Krankheit zu unternehmen. Dabei sollten lokale Gesundheitssysteme gestärkt werden, sagte Gisela Schneider, die Direktorin des Deutschen Instituts für Ärztliche Mission (Difäm). Schneider ist eine langjährige Partnerin der Hilfswerke Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe und soeben aus Liberia zurückgekehrt.

 "Die Hilfe muss zu den Menschen kommen und nicht die Menschen zur Hilfe", sagte die Tübinger Ärztin. "Vielen lokalen Gesundheitseinrichtungen fehlt es an Handschuhen, Schutzanzügen und Desinfektionsmittel. In den letzten Monaten sind viele Krankenschwestern und auch Ärzte an Ebola gestorben."

Beim ihrem Besuch in Liberia waren fünf von sechs lokalen Gesundheitseinrichtungen nicht gut genug aufgestellt, um Ebola-Patienten frühzeitig zu erkennen und zu isolieren. Dagegen seien die Ebola-Behandlungszentren zwar gut ausgerüstet, aber mit der schnell steigenden Anzahl der Patienten überfordert.

"Für das Personal dort ist es eine sehr große Belastung, wenn sie Kranke wegen Bettenmangels abweisen müssen", so Gisela Schneider. Sie fordert, dass endlich in lokale Gesundheitssysteme investiert wird. Dazu gehörten neben adäquater Ausrüstung die Ausbildung lokaler Fachkräfte und eine Stärkung lokaler Krankenhäuser. Hierbei müssten auf Gemeindeebene mehr Freiwillige geschult werden, die von Haus zu Haus gehen und über Schutzmaßnahmen aufklären, Tipps geben, wie man Verdachtsfälle sicher erkennt und Kranke schon in den Dörfern isoliert und richtig pflegt. Die westafrikanischen Partner der Hilfswerke hießen die Sofort-Pläne gut.

"Jetzt muss die Bundesregierung schnell handeln. Sie sollte weniger Krankenhäuser einfliegen, sondern massiv Programme für das dezentrale Gesundheitswesen und die lokalen Kräfte unterstützen", so Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe. "Nur so kann der Kampf gegen Ebola jetzt und in Zukunft gelingen. Die lokalen Kräfte bleiben und die Gesundheitssysteme der betroffenen Länder werden dauerhaft gestärkt."

Im Einsatz gegen die Ebola-Epidemie arbeiten die beiden evangelischen Hilfswerke Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe eng zusammen. Die Diakonie Katastrophenhilfe setzt die Projekte in Liberia und Sierra Leone mit zwei kirchlichen Organisationen um, die ein Netz von Basis-Gesundheitsstationen betreiben. Die Werke planen gerade, das Netz der Partner zu erweitern, um noch mehr Menschen in der Aufklärung und der Prävention erreichen zu können.

PLAN BÜNDELT KRÄFTE IN WESTAFRIKA

Plan International bündelt seine Kräfte in Westafrika, um das Ebola-Virus einzudämmen und die Lebenssituation der Betroffenen zu verbessern. Die Epidemie in Guinea, Liberia und Sierra Leone zeige keine Anzeichen der Abschwächung, teilte die Organisation am Freitag in Hamburg mit. Die Lage der Menschen, besonders der Kinder, sei dramatisch. "Ebola hat ihr Leben radikal verändert: Schulen bleiben geschlossen, es gibt keinen Raum mehr zum Spielen, Angst und Misstrauen bringen das öffentliche Leben zum Erliegen."

Das Kinderhilfswerk Plan kooperiert mit dem International Medical Corps (IMC), einer internationalen Organisation für medizinische Nothilfe. Der Verbund soll umfassende Hilfsmaßnahmen ermöglichen.

"Kinder, deren Eltern am Ebola-Virus sterben, bleiben allein zurück. Als Waisen werden sie von anderen Familien zurückgewiesen – aus Angst vor Ansteckung mit dem tödlichen Virus", sagte Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland. "Auch wenn Einzelne oder ganze Familien auf Ebola untersucht wurden, erfahren diese Menschen nach ihrer Rückkehr Ablehnung. Die Dorfgemeinschaften funktionieren vielfach nicht mehr, das ist tragisch. Umso wichtiger ist unsere Aufklärungsarbeit, die wir in allen von Ebola betroffenen Ländern leisten."

 

Quellen: www.diakonie-katastrophenhilfe.de | www.plan-deutschland.de

 


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