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Berlin. - Es sieht nicht besonders gut aus für Mädchen am Welt-Mädchentag, der am 11. Oktober zum dritten Mal begangen wird. 70.000 junge Mädchen sterben jährlich beim Gebären von Kindern. Jedes vierte Mädchen wurde laut UNICEF Opfer von Gewalt. 34 Millionen Mädchen gehen nicht zur Schule. Etwa 15 Millionen Mädchen werden weltweit verheiratet, bevor sie 18 Jahre alt sind. In Indien und China ist es durch geschlechtsselektive Abtreibung unwahrscheinlicher, überhaupt als Mädchen zur Welt zu kommen. In Nigeria werden immer wieder Mädchen in Schulen oder auf dem Weg zur Schule entführt. Von 126 Millionen jungen Menschen, die nicht lesen und schreiben können, sind 61 Prozent Mädchen. Das sind die Zahlen zur Situation von Mädchen weltweit in diesem Jahr. Sie zeigen, dass kulturelle Praktiken und traditionelle Geschlechterrollen Mädchen daran hindern ihr Potential auszuschöpfen.

Die Vereinten Nationen (UNO) riefen 2012 auf Initiative von Plan International zum ersten Mal den Welt-Mädchentag aus. Laut Plan werden Mädchen "in vielen Ländern diskriminiert und haben weniger Bildungschancen als Jungen". Im neuen "Because I am a girl"-Report von Plan, der am Freitag in München vorgestellt wurde, ruft die Organisation dazu auf, Mädchen in den Mittelpunkt der post-2015 Agenda zu stellen.

Die Hilfsorganisation Care nutzte den Welt-Mädchentag dazu, um auf die Situation von syrischen Flüchtlingsmädchen aufmerksam zu machen. Nach Angaben der Vereinten Nationen ist die Zahl der Kinderheiraten unter syrischen Flüchtlingen in Jordanien im ersten Quartal 2014 um 32 Prozent gestiegen. Die Gründe dafür sind Armut und Unsicherheit.

Schon seit langem gilt Bildung als Garantie für zukünftiges Einkommen, Sicherheit und einen höheren Lebensstandard. Für Mädchen soll Bildung auch zu einem niedrigen Risiko für reproduktive Gesundheit sein, Schwangerschaft verhindern und ein Schutz vor Kinderehe sein. Traditionelle Geschlechterrollen, Erwartungen und Verhaltensweisen haben einen großen Einfluss darauf, ob Mädchen die Schule beenden oder nicht.

Eine Studie von ICRW in Uganda fand heraus, dass Mädchen, die zustimmen, dass es manchmal richtig ist Frauen zu schlagen, 2,3 mal wahrscheinlicher die Schule frühzeitig verlassen und mit dreifacher Wahrscheinlichkeit frühzeitig ungewollt schwanger werden. Bei Mädchen, die glaubten dass Jungen eine bessere Bildung als Mädchen verdienen, war die Wahrscheinlichkeit für einen Schulabbruch doppelt so hoch wie bei Mädchen, die das nicht glaubten.

In den letzten Jahren wurden das Wohlbefinden und die Rechte von Mädchen immer mehr in den Vordergrund gerückt. Es gibt zahlreiche Initiativen und Kampagnen und auch Erfolgsgeschichten. In einigen Gebieten Kenias zum Beispiel ist es innerhalb weniger Jahre gelungen, die Beschneidung von Mädchen von 50 Prozent auf 20 Prozent zu reduzieren. Es gibt kleine Fortschritte im Bereich Bildung. Im letzten Jahr waren es nach Angaben der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung noch 34 Millionen Mädchen, die nicht zur Schule gingen.

=> "Because I am a Girl"-Bericht "Mädchen auf dem Weg zur Mitbestimmung - nachhaltigen Wandel schaffen"

Quellen: www.unicef.de   | www.plan.de  | www.care.de  | www.unesco.org  | www.icrw.org 


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