wvFriedrichsdorf. - Viele Kinder im Südsudan leben ständig in Angst und Schrecken. Sie drohten immer wieder durch gewaltätige Übergriffe verletzt zu werden. Dazu hat das die Kinderschutzorganisation World Vision am Montag einen Bericht veröffentlicht. "Der Kinderschutz insbesondere in Katastrophensituationen wird von der internationalen Gebergemeinschaft sträflich vernachlässigt", sagte Ekkehard Forberg, Experte für Friedensförderung bei World Vision.

Vor diesem Hintergrund forderte die Organisation die Gebergemeinschaft dringend auf, in Notsituationen die Bedürfnisse von Kindern stärker in den Vordergrund zu stellen. Im Süd-Sudan seien zwar 72 Prozent der Nothilfeprojekte finanziert, aber für den Schutz der Bevölkerung, insbesondere den Schutz von Kindern, werde zu wenig getan, so World Vision in dem Bericht "Fear & Want". "Kinder in unserem Land leben in ständiger Angst", sagte Perry Mansfield, Nationaldirektor von World Vision im Süd-Sudan. "Unsere Kinder wünschen sich ein normales Leben – möchten zur Schule gehen und weniger arbeiten. Im Interesse einer Zukunft unseres Landes müssen wir dafür sorgen, dass Kinder eine gute Ausbildung bekommen." Vertreibungen sind im Süd-Sudan ein großes Problem. Kinder können nicht mehr zur Schule gehen und müssen arbeiten, um zum Lebensunterhalt ihrer Familien beizutragen. "Wir müssen dafür sorgen, dass Kinder besser vor Gewalt und Übergriffen geschützt werden. 60% der südsudanesischen Bevölkerung ist unter 18 Jahre alt und viele der Kinder kennen nichts anderes als Krieg", betonte Mansfield.

World Vision fordert die internationale Gebergemeinschaft auf:
• mehr Geld für den Schutz von Kindern und Bildungsprogrammen zur Verfügung zu stellen
• Mittel für psychische und psychosoziale Betreuung bereit zu stellen
• eine Untersuchung in Bezug auf Kinderarbeit und ihre Ursachen durchzuführen
• Projekte zur Ausbildung von Jugendlichen und Erwachsenen zu finanzieren

Mehr als die Hälfte der Kinder, die im Süd-Sudan auf der Flucht sind, gehen nicht zur Schule. Zusätzlich stehen sie unter Dauerstress. Laut einer Studie der Harvard Universität, hat dies lebenslange Auswirkungen auf die Lernfähigkeit, die Gesundheit und Entwicklung der Betroffenen.

Der 10jährige Jonathan lebt in einem Flüchtlingscamp. Er spricht das aus, was viele Kinder in dem Bericht formulieren: "Ich möchte nach Hause und in eine gute Schule gehen. Die Schule hier im Camp ist völlig überfüllt. Wir können uns oft nicht auf den Unterricht konzentrieren, weil es zu laut ist."

Für den Bericht wurden Kinder in Central Equatoria und den Upper Nile Staaten befragt. Hundertausende Menschen leben in den südsudanesischen Staaten in Flüchtlingscamps.

Vor einem Jahr entbrannte in dem ostafrikanischen Staat ein Bürgerkrieg. Ein Ende ist noch immer nicht in Sicht. World Vision arbeitet seit 1989 im Süd-Sudan und kümmert sich seit Ausbruch des Bürgerkriegs intensiv um die Flüchtlinge. Die Programme umfassen Maßnahmen zur Gesundheitsversorgung, Ernährung, Nahrungsmittelhilfen, Versorgung mit sauberem Trinkwasser und der Abwasserentsorgung. Außerdem kümmert sich die Organisation darum, dass insbesondere Kinder geschützt sind und zur Schule gehen können, dass Betroffene ein kleines Geschäft aufbauen können und unterstützt Friedensprojekte. Im Jahr 2014 erreichte World Vision im Süd-Sudan etwa eine halbe Million Menschen mit Hilfsmaßnahmen.

Quelle: worldvision.de


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