gfbvGöttingen. - Zum Weihnachtsfest hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) an die schwierige Lage der Christen in Nigeria erinnert und dazu aufgerufen, die im April 2014 entführten 219 nigerianischen Schülerinnen nicht zu vergessen. "Die verschleppten Schülerinnen aus Chibok sind zum Symbol des Leidens von Millionen Christen und Muslimen unter der Gewalt in Nigeria geworden", erklärte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius am Dienstag in Göttingen. "Ihr schreckliches Schicksal und das Leiden ihrer Familienangehörigen, die seit mehr als einem halben Jahr nichts über den Verbleib der Entführten wissen, dürfen nicht vergessen werden."

Nigerias Christen steht ein Weihnachtsfest unter düsteren Vorzeichen bevor. So starben am Montag erneut 30 Menschen bei zwei Selbstmordanschlägen in den Bundesstaaten Gombe und Bauchi im Nordosten des Landes. Auf einem Markt und einem Parkplatz hatten sich Selbstmordattentäterinnen ohne Vorwarnung in die Luft gesprengt. "Wir befürchten, dass Boko Haram während der Weihnachtstage noch seinen Terror gegen Christen und Muslime verstärken wird, um Angst und Schrecken zu verbreiten und den nigerianischen Staat zu diskreditieren", warnte Delius.

Nigerias Regierung hat, laut GfbV angekündigt, die Sicherheitskräfte im ganzen Land während der Weihnachtstage und der Neujahrsfeiern massiv zu verstärken und in Alarmbereitschaft zu versetzen. Mit stetigen Patrouillen soll die Präsenz der Sicherheitskräfte in der Öffentlichkeit intensiviert werden, um der Bevölkerung ein Gefühl von Schutz und Sicherheit zu geben.

Doch vielen Christen in Nigeria sei nicht zum Feiern zumute. Denn Terror und Gewalt haben das Leben von Millionen Menschen massiv verändert. Mehr als 1,5 Millionen Christen und Muslime sind bereits wegen des Boko-Haram-Terrors und der unberechenbaren Gegengewalt staatlicher Sicherheitskräfte und verbündeter Milizen aus ihren Häusern geflohen. Rund 850.000 dieser Binnenflüchtlinge haben nach Informationen der nationalen Katastrophen-Schutzbehörde NEMA in 31 Flüchtlingslagern Zuflucht gesucht. Hunderttausende haben bei Verwandten und Freunden Aufnahme gefunden. "Doch ihre Lage ist prekär. Denn aufgrund der eskalierenden Gewalt haben sie ihre Lebensgrundlage verloren und Nigerias korrupter Katastrophenschutz NEMA versagt bei ihrer Versorgung", erklärte Delius. Auch gibt es wenig Hoffnung auf ein baldiges Ende der Gewalt.

=> Medienmitteilung: gfbv.de/

 


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