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DR Kongo KarteBerlin (epo.de).- 44 kongolesische Nichtregierungsorganisationen haben einen dramatischen Hilfsappell an den UN-Sicherheitsrat und nationale Regierungen gerichtet: "Wir fürchten uns, haben Angst und sind aufgrund der ständigen Unsicherheit, in der wir leben, vollkommen traumatisiert", heißt es in einem Brief an den Weltsicherheitsrat. Hintergrund für den Hilferuf sind die derzeitigen Beratungen im Sicherheitsrat zur Aufstockung der UN-Mission Monuc in der Demokratischen Republik Kongo. Malteser International und andere Hilfsorganisationen unterstreichen mit ihren Meldungen aus dem Krisengebiet die Brisanz der Lage.

In Minova, der Grenzregion zwischen Nord- und Süd-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo, verteilt Malteser International rund 1.000 Tonnen Nahrungsmittel an mehr als 6.000 Familien, die vor den bewaffneten Kämpfen in der Provinz Nord-Kivu geflohen sind. "Gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen haben wir in der Region Minova eine Erkundung durchgeführt und 30.645 Vertriebene registriert", erklärte Georg Nothelle, Leiter Afrika bei Malteser International, am Mittwoch in Köln.

Die Vertreter kongolesischer Nichregierungsorganisationen in Nord-Kivu fordern in ihrem offenen Brief an den UN-Sicherheitsrat den "sofortigen Einsatz von Friedenstruppen, die uns beschützen können", um die "andauernden Gräueltaten gegen Zivilisten" einzudämmen. Sie schreiben: "Dieser Brief zeigt eine zynische, tragische und sehr frustrierende Situation auf und verdeutlicht das Elend, in dem die Bevölkerung von Nord-Kivu versinkt."

Und weiter: "Wir wissen nicht, zu welchem Heiligen wir beten sollen; wir sind durch all diese Gewalt und Vertreibung zum Tod verdammt. Wir sind im Stich gelassen worden. Wer wird und beschützen? Wer wird uns helfen? Die Vereinten Nationen sagen, dass alle Menschen frei und gleich bezüglich ihrer Würde und ihrer Rechte geboren worden sind. Aber unsere Würde und unsere Rechte werden verletzt und es erhebt sich kaum ein Aufschrei des Protestes. Verdienen wir keinen Schutz? Sind wir nicht gleich mit anderen?"

Bundespräsident Horst Köhler hatte am Dienstag eine Unterstützung durch EU-Truppen für die UN-Mission Monuc angemahnt. Die Bundestagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen forderte die Bundesregierung daraufhin am Mittwoch auf, dazu Stellung zu beziehen. Die Bundesregierung müsse sich zur Frage äußern, ob und in welcher Weise die Europäer beabsichtigten, sich an der Aufstockung zu beteiligen, erklärte Kerstin Müller, die außenpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen.

Auch die Europäer müssten Hilfe für Monuc leisten, so Müller. Bedingung für die Aufstockung müsse allerdings sein, dass das Monuc -Mandat so gestaltet werde, dass es auch möglich werde, die Zivilbevölkerung vor Gewalt zu schützen - auch wenn sie von marodierenden Regierungssoldaten ausgeübt werde. 

-> Brief der 44 kongolesischen Nichtregierungsorganisationen
-> Pressemitteilung von Malteser International
-> Pressemitteilung der Bundestragsfraktion von Bündnis90/Die Grünen


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