oxfamBrüssel. - Die Entwicklungsorganisation Oxfam hat am Mittwoch in Brüssel ein koordiniertes Vorgehen der EU gegen Steuervermeidung und Steuerminderung internationaler Konzerne gefordert. Im Hintergrundpapier "Pulling the Plug – How to Stop Corporate Tax Dodging in Europe and Beyond" beziffert Oxfam den Schaden, der der EU durch Steuervermeidung entsteht, auf eine Billion Euro pro Jahr, armen Ländern sind im Jahr 2012 weitere 991 Milliarden US-Dollar möglicher Steuereinnahmen entgangen.

Anlässlich der am Mittwoch vorgestellten EU-Direktive für mehr Steuertransparenz fordert Oxfam:

  • entschlossenes Eintreten für die Einrichtung einer UN-Organisation zur Steuerkooperation,
  • erhöhte Steuertransparenz durch gesetzliche Verpflichtung internationaler Konzerne zu öffentlich zugänglicher länderspezifischer Berichterstattung,
  • Steuerharmonisierung durch Einigung auf eine EU-weite gemeinsame Steuerbemessungsgrundlage,
  • die Analyse der negativen Auswirkungen der jeweiligen EU-Steuersysteme auf europäische Länder aber auch auf Entwicklungsländer.

Jörn Kalinski, Leiter Lobby- und Kampagnenarbeit von Oxfam Deutschland, erläuterte: "Steuervermeidung schadet doppelt: Einerseits wird Geld in den Händen weniger Reicher konzentriert, wodurch die soziale Ungleichheit weiter steigt. Andererseits entzieht sie den Staaten Mittel, die dringend für  Bildung, Gesundheit und Infrastruktur benötigt werden. Dem müssen die Regierungen der EU schnellstmöglich ein Ende setzen."

Bereits im Januar hatte Oxfam Berechnungen vorgelegt, nach denen im Jahr 2016 das reichste Prozent der Weltbevölkerung über mehr Vermögen verfügen wird als die übrigen 99 Prozent zusammen.

=> Das Hintergrundpapier "Pulling the Plug - How to Stop Corporate Tax Dodging in Europe and Beyond

Quelle: oxfam.de


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