Kathmandu. - Die internationale Hilfe für die Opfer des Erdbebens in Nepal ist am Montag angelaufen. Das Auswärtige Amt stellte 2,5 Millionen Euro an Hilfsgeldern zur Verfügung, die Europäische Kommission hat drei Millionen Euro Soforthilfe zugesagt. Der EU-Kommissar für Humanitäre Hilfe, Christos Stylianides, sagte nach eigenen Angaben alle seine Mittel der Soforthilfe für die Überlebenden der Katastrophe zu. Die Asiatische Entwicklungsbank will ebenfalls nicht rückzahlbare Zuschüsse in Höhe von 3 Millionen US-Dollar bereitstellen. Die deutsche Botschaft in Kathmandu leistet betroffenen deutschen Staatsangehörigen konsularische Unterstützung.

Die Lage in Nepal sei dem schweren Erdbeben am Samstag nach wie vor verzweifelt, berichtete das katholische Hilfswerk MISEREOR. Schwere Nachbeben erschütterten das Land, die ohnehin schon unzureichende Infrastruktur sei zerstört, so dass die Kommunikationswege unterbrochen sind. "Strom ist immer nur phasenweise verfügbar und die wenigen ausgebauten Straßen sind zum großen Teil nicht passierbar. Gott sei Dank erhalten wir immer mehr Nachrichten, dass die Mitarbeiter und Familien der 18 MISEREOR-Partnerorganisationen in Nepal überlebt haben. Allerdings haben wir noch nicht von allen ein Lebenszeichen erhalten. Wir können nur hoffen, dass es ihnen gut geht", berichtete Ulrich Füßer, Leiter der Asien-Abteilung bei MISEREOR.

MISEREOR unterstützt derzeit 26 Entwicklungsprojekte in Nepal in Höhe von 3,7 Millionen Euro. In der jetzigen Situation stellt MISEREOR für die Soforthilfe zusätzlich 100.000 Euro zur Verfügung, damit die einheimischen Partnerorganisationen in die Lage versetzt werden, den betroffenen Menschen so schnell wie möglich mit dem Lebensnotwendigsten zu versorgen, denn schon jetzt werden die Wasservorräte knapp und von den staatlichen Behörden sind keine Hilfsmaßnahmen zu erwarten, wie MISEREOR-Länderexperten berichten. Geplant ist daher die Bereitstellung von Decken, Zelten, Nahrungsmitteln, Medikamenten und Hygieneartikel.

Malteser International stellt 100.000 Euro für erste medizinische Nothilfemaßnahmen in Nepal zur Verfügung. Am Montag Nachmittag ist Dr. Frank Marx, Arzt für Notfallmedizin und Mitglied des Malteser Erkundungsteams, in Kathmandu gelandet. Er berichtet: "Insgesamt ist die Versorgungslage der Bevölkerung schlecht, es fehlt an Strom, Grundnahrungsmitteln und Wasser. Momentan regnet es stark und anhaltend. Aufgrund des Regens werden dringend Zelte und Notunterkünfte benötigt. Außerdem sind Medikamente und Verbandstoffe knapp."
Die Arbeit der Helfer vor Ort ist schwierig, viele Straßen sind unpassierbar, entlegene Ortschaften nur per Hubschrauber zugänglich. Der Regen erschwert die Hilfe zusätzlich. Auch die Kommunikation vor Ort ist noch immer schwierig. Zudem können Hilfsgüter derzeit nur eingeschränkt über den beschädigten Flughafen in Kathmandu eingeflogen werden.
Am Sonntag hatte Malteser International bereits über eine halbe Tonne Medikamente und medizinisches Material, darunter vor allem Anästhetika, Schmerzmedikation, OP-Ausstattung, Infusionen und Wasserreinigungstabletten bereitgestellt. Die Lieferung wird mobil bereitgehalten und auf den nächsten zur Verfügung stehenden Flieger verladen.

 


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