Frankfurt/Main. - Der italienische Dokumentarfilm "Io sto con la sposa" (dt. "Auf der Seite der Braut") übt auf künstlerische und praktische Weise harsche Kritik an der Flüchtlingspolitik der Europäischen Union. Mithilfe einer inszenierten Hochzeit schmuggeln die Filmemacher Gabriele del Grande, Antonio Augugliaro und Khaled Soliman Al Nassiry syrische Flüchtlinge von Italien nach Schweden.

Ein Kooperationsprojekt der deutsch-syrischen Initiative Adopt a Revolution mit Pro Asyl bringt die Dokumentation in sechs deutschen Städten zur Aufführung. "Auf der Seite der Braut" wurde bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig mit einem Spezialpreis ausgezeichnet und läuft in Italien landesweit im Kino, während sich für Deutschland noch kein Verleih gefunden hat.

Mit der Veröffentlichung des Films gehen die Regisseure bewusst das Risiko der Strafverfolgung wegen Beihilfe zur illegalen Einreise ein, da die EU-Asylzuständigkeitsreglung "Dublin III"-Flüchtlingen untersagt, ihren Aufenthaltsort in Europa frei zu wählen. "Was wir getan haben ist illegal, aber legitim", begründet Co-Regisseur del Grande, der auch Träger des Menschenrechtspreises der Stiftung Pro Asyl ist, den Akt zivilen Ungehorsams aus Gründen der Menschlichkeit. "Wir dürfen als Gesellschaft die Flüchtlingspolitik nicht allein den Regierungen überlassen."

Die syrisch-palästinensische Aktivistin Tasnim Fared, die im Film die Braut der inszenierten Hochzeit spielt, ergänzt: "Genauso wie Schlepper sind Politiker mit verantwortlich für die vielen Toten im Mittelmeer. Wir dürfen die Menschen nicht vergessen – weder in Syrien, noch dann, wenn sie sich auf den Weg nach und durch Europa machen."

Im Rahmen der Filmtour reist Tasnim Fared gemeinsam mit Vertretern von Adopt a Revolution und Pro Asyl durch Deutschland und wird mit dem Publikum die Hintergründe des Konflikts in Syrien und die europäische Migrationspolitik diskutieren.

Termine:


    • Berlin, 17.5., 19.30 Uhr: TAK Theater im Aufbau, Prinzenstr. 85 F, Kreuzberg
    • Rostock, 18.5., 19.00 Uhr: Peter-Weiss-Haus, Doberaner Str. 21
    • Hamburg, 19.5., 17.00 Uhr: zeise Kino, Friedensallee 7-9, Altona
    • Bochum, 20.5., 19.00 Uhr: Bahnhof Langendreer, Wallbaumweg 108
    • Frankfurt/Main, 21.5., 19.00 Uhr: Orfeos Erben, Hamburger Allee 108
    • Marburg, 22.5., 19.00 Uhr: CMNS Uni Marburg, Deutschhausstr. 21

=> Trailer

=> PRO ASYL - Interview zum Film


Quelle: proasyl.de | adoptrevolution.org


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